Lexikon der Heilkräuter von Ihrer Apotheke

Anis (Pimpinella anisum)

Anis

Der Anis stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In unseren Breiten ist er nur in Gärten anzufinden. Seine süßlich schmeckenden Früchte sind in der Weihnachtsbäckerei und in Schnäpsen (z.B. Ouzo) bekannt. In der Heilkunde hilft Anis bei Husten, Blähungen und bei der Milchbildung.

Wissenschaftlicher Name:
Pimpinella anisum

Pflanzenfamilie:
Doldenblütler = Apiaceae

Englischer Name:
Aniseed

Volkstümliche Namen:
Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel

Verwendete Pflanzenteile:
Früchte (sie sehen wie Samen aus)

Sammelzeit:
Frühherbst (kommt kaum wild wachsend vor)

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • entspannend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Verdauungsschwäche
  • Bronchitis
  • trockener Husten
  • Asthma
  • Halsinfektionen
  • Milchbildung
  • Magenkrämpfe
  • Kopfschmerzen
  • Epilepsie (unterstützend)
  • Schlaflosigkeit

Anwendung:

Anis ist Bestandteil vieler Teemischungen, weil er nicht nur eine ausgeprägte Wirkung gegen viele Beschwerden hat, sondern Kräutermischungen auch geschmacklich aufwertet. Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild. Durch seinen freundlichen Geschmack ist Anis auch besonders für Kinder geeignet. Das ätherische Öl des Anis wird nach der Einnahme über die Lunge ausgeschieden und wirkt dadurch durch die Lungenbläschen und Bronchien von innen. Auch die Verdauungsvorgänge werden auf milde Weise angeregt.

Blähungen lösen sich durch die krampflösende Wirkung in Wohlgefallen auf. Stillenden Müttern hilft Anistee bei der Milchbildung. Das ätherische Anisöl kann man, verdünnt mit fetten Ölen oder als Salbe, zu Einreibungen verwenden. So hilft es bei Brusteinreibungen gegen Husten und bei Baucheinreibungen gegen Blähungen und Magen- und Darmkrämpfe. In der Küche ist der Anis, vor allem bei Süßspeisen und Gebäck sehr beliebt. Auch hier hilft er, die Verdauung zu unterstützen und fördert die Atmung.

Blähungs-Teemischung:

Zutaten:

  • 40g Anis-Früchte (=Samen)
  • 40g Fenchel-Früchte (=Samen)
  • 20g Kamillen-Blüten

Anleitung:

  • 1. Brüh einen Tee auf mit einem Esslöffel Teemischung pro Tasse.
  • 2. Lass den Tee 10-15 Minuten ziehen.
  • 3. Filter den Tee anschließend ab.
  • 4. Trink den Tee in kleinen Schlucken.

Pflanzenbeschreibung:

Heimisch ist der Anis im südöstlichen Mittelmeerraum und Asien. Nach Mitteleuropa kam der Anis durch Mönche und Nonnen in Klostergärten. Der Anis ist eine einjährige Pflanze. Er wird etwa 50 cm hoch. Die Blätter im unteren Bereich sind dreilappig, weiter oben sind sie gefiedert.

Ganz oben sind die Blätter schmal gelappt. Im Juli und August blüht der Anis in weißen Dolden. Aus den Blüten entstehen die Früchte mit ihrer eiförmigen Form, die sich nach oben verjüngen. Vom tödlich giftigen Schierling kann man den Anis am leichtesten durch den angenehmen Duft unterscheiden.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Ackerschachtelhalm

(Schachtelhalm, Zinnkraut) Vor ca. 400 Millionen Jahren war der Schachtelhalm baumgroß und bevölkerte riesige Wälder zusammen mit Riesenfarnen und Moosen. Wie diese, so hat auch der Schachtelhalm keine Blüten, sondern vermehrt sich durch Sporen. Im Frühjahr ist der Schachtelhalm eine blassgelbliche, stängelartige Pflanze, die nach kurzer Zeit verschwindet. Später wachsen dann grüne Sommertriebe, die früher gerne zum Putzen von Metall verwendet wurden, woher auch der Name Zinnkraut kommt. Der Schachtelhalm enthält sehr viel Kieselsäure, was den Einsatz bei Nierenkrankheiten und Problemen des Bindegewebes begründet.

Wissenschaftlicher Name:
Equisetum arvense

Pflanzenfamilie:
Schachtelhalmgewächse = Equisetaceae

Englischer Name:
Horsetails

Haupt-Anwendung:
Rheuma

Verwendete Pflanzenteile:
Sommertriebe

Sammelzeit:
Mai-Juli

Heilwirkung:

  • blutreinigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend

Anwendungsbereiche:

  • Blasenschwäche
  • Nierenschwäche
  • Durchblutungsstörungen
  • Schwache Menstruation
  • Frostbeulen
  • Krampfadern
  • Rheumatische Schmerzen
  • Ödeme
  • Wassersucht
  • Wunden
  • Hautentzündungen
  • Afterjucken

Innerliche Anwendung

Innerlich wird der Schachtelhalm vorwiegend als Tee eingesetzt. Der Tee muss als Abkochung zubereitet werden und mindestens 20 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen löst. Den Tee kann man verwenden, wenn man seinem Harnapparat oder seinem Bindegewebe etwas Gutes tun will. Zur Blutstillung eignet sich am Besten der frische Presssaft.

Äußerlich ist der Schachtelhalm als Voll- oder Teilbad, Wickel oder Auflage geeignet. Dazu wird je nach Bedarf eine größere Menge Tee gekocht. Als Bad wird der Tee mit Wasser verdünnt. Für ein Vollbad muss man ca. 150 g Schachtelhalm rechnen. Wickel und Auflagen, z.B. bei Ekzemen, Geschwüren usw. werden in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen aufgelegt.

Pflanzenbeschreibung:

Der Schachtelhalm wächst in Europa und Nordasien und ist weit verbreitet. Er wächst auf Feldern, Wiesen, Äckern und Wegrändern.

Frühlingstriebe

Im Frühling wachsen ca. 20 cm große blassgelbliche Stängel mit einer Sporenähre an der Spitze. Die Spitze enthält die Sporen, mit denen sich der Schachtelhalm fortpflanzt. Der Stängel setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen, die ineinander verschachtelt sind, woher auch der Name Schachtelhalm kommt. Der Frühlingstrieb des Schachtelhalms enthält gar kein Chlorophyll und ernährt sich ausschließlich aus seinem Wurzelgeflecht. Der Zweck des Frühlingstriebs ist die Fortpflanzung. Nach der Fortpflanzung sterben die Frühlingstriebe ab.

Ackerschachtelhalm

Sommertriebe

Im Mai wachsen dann die grünen Sommertriebe, die 10 - 50 cm hoch werden. Die Gestalt der Sommertriebe erinnert an kleine Nadelbäume; sie haben einen Stängel, von dem quirlförmig grüne "Zweiglein" abstehen. Diese Stängel ersetzen die Blätter. Auch Blüten hat der Schachtelhalm nicht, weil er eine Sporenpflanze ist.

Gute Schachtelhalme haben keine braunen Stellen; die braunen Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der betroffene Schachtelhalm leicht giftig ist!

Arnika (Arnica montana)

Arnika

Die Arnika wird auch Bergwohlverleih genannt. Wohl weil sie vorwiegend in den Bergen wächst. Im Hochschwarzwald und den Vogesen gibt es einige Stellen, in denen sie reichlich vorkommt und die Wiesen leuchtend gelborange überzieht. Die Arnika ist eine starke Pflanze, die hauptsächlich äußerlich als Tinktur eingesetzt wird. Achtung! Arnika ist so scharf, dass sie in vielen Fällen am Besten verdünnt angewendet wird. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf Arnika. Für die, die sie vertragen ist sie jedoch ein stark wirkendes Mittel bei Verletzungen aller Art.

Wissenschaftlicher Name:
Arnica montana

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Arnica

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten

Sammelzeit:
Juli/August (teilweise geschützt)

Volkstümliche Namen:
Bergdotterblume, Bergwegebreit, Bergwohlverleih, Berg-Wohlverleih, Bergwurzelblumen, Bergwurz, Blutblumen, Bluttrieb, Christwurz, Donnerblume, Engelblume, Engelblumen, Engelkraut, Färberblume, Fallkraut, Fallkrautblumen, Gamsblumen, Gemswurz, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz, Kraftwurzel, Leopardenwürger, Mitterwurz, Mönchskappe, Stichkraut, Stichwurzel, St-Luzianskraut, Verfangkraut, Wohlverleih, Wohlverleihblüten, Wolferley, Wolffelei, Wolfsblume, Wolfsbann, Wolfsdistel, Wundkraut

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend
  • Atmungsorgane
  • Aphten
  • Mundschleimhautentzündung
  • Zahnfleischentzündungen
  • Rachenentzündung
  • Mandelentzündung
  • Heiserkeit
  • Bronchitis
  • Husten
  • Fieber
  • Erkältung
  • Grippe
  • Verdauungsorgane
  • Magenkrämpfe
  • Durchfall
  • Seekrankheit
  • Stoffwechsel
  • Rheuma
  • Gicht
  • Herz/Kreislauf
  • Herzbeschwerden
  • Herzschwäche
  • Kreislauf stärkend
  • Neuralgien
  • Krampfadern
  • Venenentzündung
  • Blutergüsse
  • Gelenkentzündungen
  • Quetschungen
  • Verstauchungen
  • Zerrungen
  • Muskelkater
  • schlecht heilende Wunden
  • Ekzeme

Anwendung:

Die Arnika ist eine sehr stark wirkende Heilpflanze, die eine gewisse Reizwirkung ausübt. Daher sollte man sie innerlich nur mit großer Vorsicht und stark verdünnt anwenden. Auch äußerlich sollte man sie vor der Anwendung verdünnen. Bei vielen Menschen kann die Arnika auch Allergien auslösen, daher sollte man sich vorsichtig an die Anwendung der Arnika herantasten.

Tinktur

Die Haupt-Anwendungsform der Arnika ist die Tinktur und zwar in reichlich Wasser verdünnt. Um eine Tinktur der Arnika selbst herzustellen, übergießt man Arnikablüten in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Blüten bedeckt sind und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Tee

Arnika-Tee wird eher selten eingesetzt, man kann ihn aber ähnlich einsetzen wie verdünnte Tinkturen. Für einen Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Arnika-Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen. Diesen Tee verwendet man lauwarm zum Gurgeln oder halb/halb verdünnt mit Wasser für Umschläge.

Atemwegserkrankungen

Gut verdünnt, z. B. 10-25 Tropfen auf ein Glas lauwarmes Wasser, kann man die Arnika-Tinktur zur Behandlung von Halsentzündungen verschiedenster Art einsetzen. Dazu gurgelt man mit der Mischung. Getrunken hilft die verdünnte Tinktur auch gegen Erkältungen und Bronchitis.

Andere innerliche Anwendungsgebiete

Ein weiteres wichtiges, innerliches Einsatzgebiet der Arnika sind Herzschwäche und Kreislaufbeschwerden. Die Arnika stärkt das Herz und bringt den Kreislauf in Schwung. Außerdem hilft sie gegen krampfartige Beschwerden der Verdauungsorgane. Man kann sie auch gegen rheumatische Erkrankungen einsetzen.

Äußerliche Anwendung

Das Haupt-Einsatzgebiet der Arnika ist die äußerliche Anwendung, vor allem gegen stumpfe Verletzungen, wie Prellungen und Verstauchungen. Dazu macht man am besten Umschläge mit verdünnter Tinktur oder verdünntem Tee. Man kann die Arnika auch in Salben und Cremes gegen Verletzungen anwenden. Außer gegen Verletzungen kann die Arnika auch gegen schlecht heilende Wunden helfen, weil sie durch die Reizung die Durchblutung fördert, was letztlich den Heilungsprozess in Gang bringt. Auch gegen Neuralgien wie Hexenschuss oder Ischias kann man die Arnika versuchen. Durch die Durchblutungsfördernde Wirkung kann die Arnika auch gegen Krampfadern und Venenschwäche helfen. In manchen Fällen hat die Arnika auch bei Ekzemen eine heilende Wirkung. Aber da sie selbst Haut reizend wirkt, kann sie in anderen Fällen sogar Ekzeme auslösen. Man sollte also auch bei der äußerlichen Anwendung der Arnika vorsichtig sein. Falls die Haut zu sehr gereizt wird, sollte man mit der Arnika-Behandlung aufhören.

Pflanzenbeschreibung:

Arnika

Die Arnika ist in Europa heimisch. Obwohl sie theoretisch in allen Höhenlagen bis 2800 Meter vorkommt, also auch im Flachland, trifft man sie doch vorwiegend in Berggegenden. So findet man die Arnika beispielsweise in den Alpen und Vogesen. Sie bevorzugt saure Böden und meidet Kalk. In Deutschland ist die Arnika so selten, dass sie geschützt ist und daher nicht gesammelt werden darf. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 50 cm hoch.

Meistens ist sie aber zwischen 20 und 30 cm groß. Am Boden wächst eine Art Rosette aus wenigen eiförmigen Blättern, die behaart sind. Der ebenfalls behaarte Stängel entspringt dieser Blattrosette und trägt seinerseits meistens ein bis zwei gegenständige Blattpaare. An der Spitze des Stängels und manchmal auch an Nebenstängeln, die den Blattachseln entspringen, blühen zwischen Juni und August leuchtend gelbe Korbblüten. Die Blüten der Arnika sehen meistens zerzaust und asymmetrisch aus, was ein typisches Erkennungsmerkmal für die Arnika ist.

Birke (Betula alba)

Birke

Von alters her gilt die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisiert. Selbst heute noch werden in den Dörfern am ersten Mai Maibäume aufgestellt und der Frühling gefeiert. Vermutlich liegt die Zuordnung der Birke als Jungfrau an der weißen Rinde, die bei jungen Birken sehr zart und seidig ist. In der Heilkunde werden die Blätter der Birke vor allem im Nieren-Blasen-Bereich und für Haut und Haare eingesetzt.

Wissenschaftlicher Name:
Betula alba

Pflanzenfamilie:
Birkengewächse = Betulaceae

Englischer Name:
Birch

Volkstümlicher Name:
Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Besenbirke, Bork, Bark, Hexenbesen, Hängebirke, Moorbirke, Raubirke, Sandbirke, Warzenbirke, Weißbirke

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Blattknospen, Saft durch Anzapfen

Sammelzeit:
Blattknospen: März; Saft: März - Mai; Blätter: Mai - Juni

Heilwirkung:

  • blutreinigend
  • harntreibend
  • Blasenentzündung
  • Nierenschwäche
  • Nierensteine
  • Rheuma
  • Gicht
  • Ödeme
  • Hautprobleme
  • Ekzeme
  • Flechten
  • Allergien
  • Diabetes (unterstützend - leichte Fälle)
  • Husten
  • Haarausfall
  • Schuppen
  • Durchfall
  • Frühjahrsmüdigkeit

Anwendung:

Birkentee

Die häufigste Anwendung der Birke ist ein Tee aus den Blättern oder Blattknospen. Der Tee wirkt stark harntreibend, sodass er gut gegen Rheuma, Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen hilft. Wenn man über mehrere Wochen hinweg täglich drei Tassen Birkenblätter-Tee trinkt, können in manchen Fällen sogar Nierensteine aufgelöst werden. Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann man Birkenaufguss sowohl trinken, als auch für Waschungen und Bäder verwenden. Auch Abkochungen der Birkenrinde kann man für die äußerliche Anwendung von schweren Hauterkrankungen einsetzen.

Birke

Birkenkohle

Die Herstellung von Birkenkohle ist nichts für den Privathaushalt - sie ist eine Sache für den Fachmann. Man kann sie in der Apotheke kaufen. Die Einnahme der Birkenkohle hilft bei Durchfall, weil die Kohle die Flüssigkeit und Schadstoffe im Darm aufsaugt.

Pflanzenbeschreibung:

Birke

Die Birke ist der Baum des Nordens, denn sie wächst bis in den Norden Skandinaviens. Aber auch in gemäßigten Breiten ist sie heimisch. Sie unterscheidet sich durch ihre weiße Rinde von allen anderen Bäumen, sodass sogar Kinder sie leicht erkennen können.

Die Rinde ist weich und glatt, hat aber, vor allem bei älteren Birken, meist dunkle, raue Stellen. Im Frühjahr wachsen die eiförmigen Blätter und die ährenähnlichen Blüten blühen. Die männlichen Blüten sind wie Kätzchen, lang und gelblich. Sie hängen an der Spitze der langen Triebe. Weibliche Blüten, die am selben Baum hängen, sind grüne Zapfen und wachsen am Ende der kurzen Seitenzweige. Zuerst stehen sie aufrecht und später hängen sie.

Brennnessel (Urtica dioica)

Brennnessel

Die scharfe Brennnessel kennt wohl fast jeder und es gibt kaum einen Menschen, der nicht früher oder später die Bekanntschaft mit ihren brennenden Eigenschaften macht. Daher wird sie auch gerne gemieden, obwohl sie als wichtige Heilpflanze eigentlich einen Ehrenplatz in jedem Garten haben sollte. Diesen Ehrenplatz holt sie sich aber meistens schon selber, weil sie sehr ausdauernd und anspruchslos ist und fast überall wächst, wo man sie wachsen lässt.

Wissenschaftlicher Name:
Urtica dioica

Pflanzenfamilie:
Brennnesselgewächse = Urticaceae

Englischer Name:
Nettle

Verwendete Pflanzenteile:
Kraut, Samen

Sammelzeit:
März bis August, Samen: Frühherbst

Heilwirkung:

  • blutreinigend
  • blutbildend
  • blutstillend
  • stoffwechselfördernd
  • Harnwegserkrankungen
  • Rheumatismus
  • Gicht
  • haarwuchsfördernd
  • Schuppen
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Magenschwäche
  • Nierenschwäche
  • Diabetes (unterstützend)
  • Bluthochdruck
  • Menstruationsbeschwerden

Anwendung:

Brennnessel

Die Brennnessel ist eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze. Vor allem als Frühjahrskur wirkt sie Wunder, indem sie all die Schlacken des Winters aus dem Körper ausspült. Man kann sie als Tee trinken, im Salat, in der Suppe und wie Spinat essen. Gut gewürzt und zusammen mit anderen Kräutern schmeckt das alles wunderbar und gibt frische Kräfte.

Als Tinktur kann man die Brennnessel gegen Haarausfall in die Kopfhaut einmassieren. Außerdem macht sie sich getrocknet in Nieren-Blasen-Teemischungen sehr gut. Sie hilft auch gegen Rheumatismus und Gicht, weil sie die Giftstoffe aus dem Körper ausspült. Besonders mutige Rheumapatienten lassen sich mit der ganzen Pflanze schlagen, um die Reizwirkung des Brennnessel giftes auszunutzen. Bei dieser Methode sollte man jedoch vorsichtig sein, weil es auch zu Überreaktionen auf das Brennnessel gift kommen kann.

Pflanzenbeschreibung:

Brennnessel

Fast jeder kennt die Brennnessel - schaut man sich doch das Kraut genauer an, was einem gerade solch ein unangenehmes Brennen auf der Haut verursacht hat. Die Brennnessel ist in Mitteleuropa heimisch und kommt fast überall häufig vor. Sie wächst meistens in Gruppen und oft auf bearbeitetem Boden, der möglichst nahrhaft ist. Daher ist sie häufig ein Kulturfolger und begleitet die Menschen in ihre Dörfer und Städte.

Sie wird bis zu einen Meter hoch und ist an ihren gegenständig gesägten Blättern zu erkennen, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare sind es, die die Brennwirkung der Brennnessel verursachen, denn bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Brennnessel gift auf die Haut. Die Blüten der Brennnessel sind recht unscheinbar. Sie sind gelblich und hängen in Rispen von den oberen Blattständen.

Efeu (Hedera helix)

Efeu

Efeu wuchert gern über alte Gemäuer und steht sinnbildlich für das Ewige. Manche Häuser oder auch Bäume sind über und über mit Efeu bewachsen. In der Heilkunde war der Efeu früher eine sehr wichtige und beliebte Heilpflanze. Heute hingegen spielt der Efeu nur noch eine Nebenrolle in der Naturheilkunde. In starker Dosierung ist der Efeu giftig; das mag ein Hauptgrund sein, warum er heute eher selten eingesetzt wird. Äußerlich als Umschlag oder Packung angewendet, kann der Efeu seine Kräfte jedoch ungefährlich entfalten.

Wissenschaftlicher Name:
Hedera helix

Pflanzenfamilie:
Araliengewächse = Araliaceae

Englischer Name:
Ivy

Volkstümliche Namen:
Immergrün, Wintergrün, Mauerpfau, Baumtod

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter (Blüten)

Sammelzeit:
Mai - August

Heilwirkung:

  • Bronchitis
  • Geschwüre
  • Gicht
  • Keuchhusten
  • menstruationsregelnd
  • Rheuma
  • Schmerzen
  • schweißtreibend
  • fiebersenkend
  • Wunden
  • Cellulite

Anwendung:

Efeu

Nur die Blätter und in geringem Maße auch die Blüten des Efeus dürfen verwendet werden. Die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig!

Innerliche Anwendung

Bei der innerlichen Einnahme von Efeu muss man vorsichtig sein und ihn nicht zu stark und zu lange anwenden. Aufgrund seiner starken Kräfte wirkt er als Tee jedoch recht ausgeprägt. Als Bestandteil von Mischtees ist der Efeu weniger heikel, weil seine Dosierung dann niedriger ist. Er findet sich häufig in Bronchialtees. Äußerlich kann man den Efeu unbedenklich anwenden. Gegen Cellulite, Wunden, Geschwüre und Schmerzen eignet er sich in Form von Kompressen, Breiumschlägen und Bädern.

Pflanzenbeschreibung:

Efeu

Das Typische am Efeu ist seine rankende Eigenschaft. Er wächst an Häusern hoch und auch an Bäumen. Wenn er keine Möglichkeit zum Hochwachsen findet, dann kriecht er auch über große Strecken auf dem Boden. Solange er jung ist, wächst Efeu eher langsam, doch wenn er erstmal Fuß gefasst hat, kann er riesige Areale überwuchern.

Die Blätter des jüngeren Efeus sind drei- bis fünffach gelappt. Wenn er mindestens acht Jahre alt ist und sich an einer Stelle wohl fühlt, wachsen ihm Blätter in Birnenform, deren Stängel sich nicht fest haften, sondern frei in die Luft stehen. An diesen freistehenden Trieben bilden sich im Spätsommer kugelförmige Büten. Im Laufe des Winters werden daraus schwarze Beeren, die für Menschen giftig sind, den Vögeln aber schmecken.

Eiche (Quercus robur)

Eiche

Die Eiche gilt in Deutschland als der König der Bäume, was auch durch das langlebige, stabile Holz gerechtfertigt ist. Die Eicheln, die im Herbst heranreifen, schmecken zwar bitter, aber durch ausgiebiges Wässern kann man die Bitterstoffe entfernen und die getrockneten Früchte zu Mehl verarbeiten, was so manche Hungersnot gelindert hat. Auch als Kaffeeersatz eignen sich die Eicheln, wenn man sie röstet und mahlt. Die Rinde der Eiche wirkt stark zusammenziehend, was sie zu einem wertvollen Heilmittel bei Blutungen und Entzündungen macht. Sie wird vor allem äußerlich als Bad oder Umschlag angewendet. Die Blüte der Eiche wird als Bachblüte Oak eingesetzt.

Wissenschaftlicher Name:
Quercus robur, Quercus pedunculata, Quercus petraea, Quercus sessiliflora

Pflanzenfamilie:
Buchengewächse = Fagaceae

Englischer Name:
Oak

Volkstümliche Namen:
Stieleiche, Sommereiche, Deutsche Eiche, Traubeneiche, Wintereiche, Eke, Eik, Ferkeleiche, Masteiche, Oachen

Haupt-Anwendungen:
Ekzeme, schlecht heilende Wunden, Durchfall

Verwendete Pflanzenteile:
Rinde, Eicheln

Sammelzeit:
Rinde: März bis Mai; Eicheln: Oktober

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • antibakteriell
  • blutstillend
  • entzündungshemmend

Anwendungsbereiche:

  • Halsschmerzen
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Durchfall
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Darmschleimhautentzündungen
  • Hämorrhoiden
  • Blutzucker senkend
  • Diabetes (leichte)
  • Blasenentzündungen
  • Augenlidentzündungen
  • Ekzeme
  • Magengeschwüre
  • Fußschweiß
  • Fußpilz
  • Frostbeulen
  • Krampfadern
  • Brandwunden (leichte)
  • Furunkel
  • Zahnfleischbluten
  • Druckgeschwüre (Dekubitus)
  • Schnittwunden
  • Afterjucken

Anwendung:

Eiche

Als heilkräftiger Pflanzenteil der Eiche wird die Rinde der dünnen Äste und Zweige verwendet. Die Rinde enthält sehr viele Gerbstoffe und daher ist die Eiche eine wichtige Gerbstoffpflanze. Eichenrinde kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Eichenrinde anzuwenden ist äußerlich gegen Ekzeme und schlecht heilende Wunden. Innerlich wird Eichenrinde als Mittel gegen Durchfall und Darmentzündungen verwendet.

Tee

Für einen Eichenrinden-Tee (= Abkochung) übergießt man ein bis zwei Teelöffel Eichenrinde mit einer Tasse kaltem Wasser und lässt das Wasser mit der Eichenrinde zusammen aufkochen. Den Eichenrindentee lässt man drei bis fünf Minuten kochen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken oder äußerlich anwenden. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Mit Wasser verdünnen.

Eiche

Innerliche Anwendung

Eichenrinde kann man innerlich, als Tee gegen Durchfall einsetzen. Außerdem hilft Eiche gegen Magen- und Darmgeschwüre, denn sie wirkt entzündungshemmend und kann gleichzeitig die offenen Geschwüre quasi zusammenziehen und ihrer Abheilung beschleunigen. Bei Formen von Diabetes, die mit Entzündungen der Verdauungsorgane einhergehen, kann Eichenrindentee lindernd wirken. Man kann Eichenrinde auch gegen leichte innere Blutungen anwenden, natürlich nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum gurgelt man mehrmals täglich mit lauwarmem Eichenrinden-Tee.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann man Eichenrinden-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man schlecht heilende Wunden und Geschwüre, wie beispielsweise Dekubitus lindern. Eichenrindenbäder können auch gegen Fußpilz helfen. Eichenrinde hilft äußerlich eingesetzt auch gegen Ekzeme. Krampfadern oder Hämorrhoiden schrumpfen durch die Behandlung mit Eichenrinde.

Pflanzenbeschreibung:

Eiche

Die Eiche ist in den gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel heimisch. Man findet sie sowohl in Nordamerika, wo es besonders viele Eichen-Arten gibt, als auch in Europa und Asien. In Deutschland spielt die Eiche eine besonders wichtige Rolle als Symbol der Stabilität. In Mitteleuropa wächst vor allem die Stiel-Eiche und die Trauben-Eiche. Die meisten Eichenarten sind für die gleichen Heilanwendungen nutzbar. Die Eiche wächst bevorzugt in Mischwäldern. Der stattliche Baum wird bis zu 40 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt, in seltenen Einzelfällen sogar noch älter. Der Stamm der Eiche kann einen Durchmesser von bis zu drei Metern haben. Die Rinde von Stamm und Ästen ist in jungen Jahren glatt und später rissig und rauh.

Die Blätter der meisten Eichen-Arten, beispielsweise auch der in Deutschland häufigen Stieleiche, fallen im Winter ab und treiben im Frühjahr neu aus. Die Blätter der Traubeneiche fallen hingegen erst im nächsten Frühjahr ab. Die ledrigen Blätter sind buchtig gelappt und haben dadurch ein sehr typisches Aussehen. Von April bis Mai blühen die Eichen mit unauffälligen, gelbgrünen Blüten, die in Rispen herabhängen. Aus den Eichen-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die nussartigen Eicheln, die in einem halbrunden "Hütchen" sitzen. Sie enthalten viele Bitterstoffe und sind daher nur nach ausgiebiger Entbitterung für Menschen genießbar. Von Schweinen werden sie jedoch sehr gerne gegessen, was früher auch viel genutzt wurde.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Frauenmantel

Der Frauenmantel ist eine zarte Pflanze mit kelchartigen gelappten Blättern, in denen sich morgens Tautropfen sammeln. Seine Blüten sind zartgelbe, doldige Rispen. Als Heilpflanze hat sich der Frauenmantel, wie der Name schon andeutet, hauptsächlich in der Frauenheilkunde bewährt, aber auch in anderen Bereichen kann er hilfreiche Dienste leisten. Es gibt kaum einen Bereich des Körpers, auf den der Frauenmantel nicht wohltuend einwirken kann. Zumindest glaubt das die Volksheilkunde.

Wissenschaftlicher Name:
Alchemilla vulgaris

Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae

Englischer Name:
Ladys mantle

Haupt-Anwendung:
Frauenkrankheiten

Verwendete Pflanzenteile:
das blühende Kraut

Sammelzeit:
blühend von Mai-September

Volkstümliche Namen:
Dächlichrut, Frauenhäubel, Frauenhilf, Frauenmäntli, Frauenrock, Hasenmänteli, Haubn, Herbstmantel, Herrgottsmäntelchen, Kroanfüß, Liebfrauenmantel, Löwenfußkraut, Mäntli, Marienkraut, Milchkraut, Muttergottesmantel, Neunlappenkraut, Ohmkraut, Perlkraut, Regendachl, Regentropfen, Röckli, Sinau, Sinnau, Sintau, Taubecherl, Taufänger, Taukraut, Taumantel, Tauschüsserl, Trauermantel, Weiberkittel, Wiesen-Frauenmantel

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • beruhigend
  • blutbildend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • tonisierend

Anwendungsbereiche:

  • Schnupfen
  • Erkältung
  • Fieber
  • Asthma
  • Halsentzündung
  • Mund- u. Rachenentzündung
  • Zahnfleischentzündung
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Magenschwäche
  • Durchfall
  • Diabetes (unterstützend)
  • Nierenschwäche
  • Herzschwäche
  • Arteriosklerose
  • Ödeme
  • Nachtschweiß
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • PMS
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Menstruationsbeschwerden
  • Periodenschmerzen
  • Weißfluss
  • Muttermilch fördernd
  • Bindehautentzündung
  • Lidrandentzündung
  • Wunden
  • Geschwüre
  • Ekzeme
  • Eiterungen
  • Eitrige Wunden
  • Furunkel

Anwendung:

Die Schulmedizin hat bei ihren Untersuchungen nicht viele Heilkräfte beim Frauenmantel entdeckt, nur eine gewisse Heilwirkung gegen Magen- und Darmbeschwerden traut sie ihm zu. Dafür schätzt die Volksheilkunde den Frauenmantel umso mehr. In der Antike war der Frauenmantel nicht bekannt. Erst ab dem Mittelalter taucht er in Kräuterbüchern auf und auch Hildegard von Bingen empfahl ihn.

Frauenkraut

Traditionell ist der Haupteinsatzbereich des Frauenmantels die Frauenheilkunde. Das liegt wohl unter anderem an seinen Pflanzenhormonen, die dem weiblichen Progesteron ähneln. Dadurch kann der Frauenmantel Mangelzustände ausgleichen, die zu prämenstruellen Störungen und zu Wechseljahrsbeschwerden führen. Zudem wirkt der Frauenmantel entkrampfend, was auch sehr günstig für die Gebärmutter ist. Als Tee getrunken lindert er nahezu alle Arten von Frauenbeschwerden, seien es Periodenkrämpfe, Prämenstruelles Syndrom oder Beschwerden der Wechseljahre. Auch während und nach der Geburt kann der Frauenmantel hilfreich sein. Wenn das Baby dann geboren ist, fördert Frauenmantel-Tee die Milchbildung. Als Sitzbad kann Frauenmanteltee gegen Weißfluss helfen.

Frauenmantel

Allround-Kraut

Nicht nur bei Frauenbeschwerden kann der Frauenmantel helfen, sondern auch bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen bietet er sich an. Frauenmantel-Tee lindert Beschwerden der Atmungsorgane, wie Husten, Erkältung und Schnupfen. Auch die Verdauung wird vom Frauenmantel gefördert und sanft ausgeglichen. Ein schwaches Herz wird gestärkt und die Blutgefäße elastischer. Die Wirkung auf das Nervensystem kann Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit lindern.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich angewandt hilft Frauenmantel-Tee als Bad, Umschlag oder Waschung gegen vielerlei Hautbeschwerden. Gegen Geschwüre kann man Bäder anwenden, gegen Ekzeme Waschungen und zum Schmelzen eitriger Furunkel, Umschläge.

Pflanzenbeschreibung:

Frauenmantel

Der Frauenmantel kommt nahezu weltweit vor. Er wächst bevorzugt auf Wiesen, in lichten Wäldern und Gebüschen. Wenn ein Standort dem Frauenmantel gut gefällt, dann bildet er oft ganze Teppiche, andernorts kommt er auch einzeln vor. Die ausdauernde Wurzel treibt im Frühjahr mehrere Stängel aus, an denen gefaltete Blätter mit sieben bis elf Lappen wachsen.

Die Ränder der Blätter sind gezähnt. In der Mitte der Blätter sammeln sich häufig Tautropfen, was ein besonders typisches Kennzeichen des Frauenmantels ist. Aus der Mitte mancher Blätter entspringen Stängel, an deren Ende ab Mai die kleinen gelben Blüten in Trugdolden wachsen.

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Gänseblümchen

Schon kleine Kinder kennen und lieben das freundliche Gänseblümchen, das Wiesen mit leuchtend weiß-gelben Tupfern verziert. Die moderne Physiotherapie verwendet das Gänseblümchen nicht. Aber die Volksheilkunde setzt es für vielerlei Beschwerden ein. Ein Tee aus den Blättern des Gänseblümchens regt Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern. Dank seiner harntreibenden Eigenschaften kann Gänseblümchen-Tee auch Ödeme schwinden lassen. Äußerlich angewandt kann Gänseblümchen-Tee Ausschläge lindern, unreine Haut klären und hartnäckige Wunden heilen.

Wissenschaftlicher Name:
Bellis perennis

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Daisy

Volkstümliche Namen:
Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Massliebchen, Mondscheinblume, Mümmeli, Regenblume, Tausendschön

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Sammelzeit:
März bis November

Heilwirkung:

  • blutreinigend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • krampfstillend
  • schmerzstillend
  • Husten
  • Erkältungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Darmentzündung
  • Gicht
  • Rheumatismus
  • Stoffwechsel anregend
  • Wassersucht
  • Ödeme
  • Nierensteine
  • Blasensteine
  • Menstruationsbeschwerden
  • Stockende Menstruation
  • Weißfluss
  • Hautkrankheiten
  • Hautausschläge
  • Unreine Haut
  • Wunden

Anwendung:

Gänseblümchen

Gänseblümchen kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Frischpflanze anwenden. Die häufigste Art, Gänseblümchen anzuwenden ist als Tee.

Tee

Für einen Gänseblümchen-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Gänseblümchen mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Gänseblümchen-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Gänseblümchen-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Innerliche Anwendung

Gänseblümchen kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Erkältungen einsetzen. Außerdem hilft Gänseblümchen gegen Frühjahrsmüdigkeit und wird traditionell gegen viele Erkrankungen eingesetzt, die im Frühling auftreten. Auch Beschwerden im Magen-Darmbereich können durch Gänseblümchen-Tee gelindert werden.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann man Gänseblümchen-Tee, frischen Presssaft der Blätter oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man die Heilung von Wunden fördern. Gänseblümchen hilft äußerlich eingesetzt auch gegen Gliederschmerzen, unabhängig davon, ob sie rheumatischer Natur sind oder durch äußerliche stumpfe Verletzungen verursacht wurden.

Küche

In der Küche kann man junge Gänseblümchen-Blätter als Salatbeigabe oder frisches Grün in Kräuterquarks verwenden.

Pflanzenbeschreibung:

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist ursprünglich in Südeuropa heimisch. Schon im Altertum kam es jedoch auch nach Mitteleuropa, als es dort immer mehr Wiesen gab. Es wächst bevorzugt auf Wiesen. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 cm hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst verkehrt eiförmige Blätter aus.

In Bodennähe wachsen sie als Blattrosette. Die Blüten erscheinen zwischen März und August. Sie sitzen jeweils einzeln auf dünnen Stängeln. Als Korbblütler haben sie viele weiße Zungenblüten an der Außenseite und gelbe Röhrenblüten im Inneren, ähnlich wie Margeriten, Kamille oder Mutterkraut.

Goldrute (Solidago virgaurea)

Goldrute

Die Goldrute ist das üppige Gelb des Spätsommers. In großen Kolonien wächst sie auf Schotter und an Wegen und lässt die Welt ein wenig leuchten, wenn die Blumen des Hochsommers längst verblüht sind. Ihr Haupteinsatzgebiet in der Heilkunde ist der Nieren-Blasen-Apparat. Sie wirkt stark harntreibend.

Wissenschaftlicher Name:
Solidago virgaurea

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Goldenrod

Volkstümliche Namen:
Heilwundkraut, Machtheilkraut, Gülden Wundkraut, Wisselnkraut, Himmelbrand, Pferdskraut, Ochsebrot

Verwendete Pflanzenteile:
das blühende Kraut

Sammelzeit:
Juli-Oktober

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • harntreibend
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • Blasenentzündungen
  • Blähungen
  • Darmentzündung
  • Diabetes
  • Insektenstiche
  • Durchfall
  • Nierengrieß und -steine
  • Nierenleiden
  • Ödeme
  • Störungen der Harnabsonderung
  • Wundheilung
  • Rheuma
  • Gicht
  • Wassersucht

Anwendung:

Goldrute

Die Goldrute kann man als Tee trinken. Man kann sie auch als Tinktur oder Kräuterwein einsetzen. Vor allem die kanadische Goldrute kann man zerstampft auf Insektenstiche legen. Manche Indianer kauen die Blüten auch bei Halsentzündungen.

Pflanzenbeschreibung:

Goldrute

Trockene Waldwiesen, lichte Wälder oder Kahlschläge sind die bevorzugte Heimat der Goldrute. Sie gedeiht sowohl auf kalkreichen, als auch auf sauren Böden in fast ganz Europa, bis hin zu Nordafrika. Goldrute ist eine mehrjährige Pflanze, die Jahr für Jahr an der gleichen Stelle wieder wächst. Die echte Goldrute wird bis zu 1 m hoch. Der aufrechte Stängel, der sich normalerweise nicht verzweigt (außer ganz oben), hat meistens nur wenige Blätter.

Die Blätter sind länglich lanzettlich. Ab Ende Juli, Anfang August blüht die Goldrute leuchtend gelb mit vielen kleinen Blüten. Häufiger als die echte Goldrute kommt inzwischen die kanadische Goldrute vor, deren Wirkstoffeund Einsatzspektrum ähnlich sind, wie bei der echten Goldrute. Die Blütenstände der kanadischen Goldrute sind breiter, vor allem an ihrer Basis. Das gibt ihnen ein dachähnliches Aussehen.

Holunder (Sambucus nigra)

Holunder

Der Holunderbusch wächst besonders gerne in der Nähe von Behausungen, daher ist es meistens recht einfach, ihn zu finden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine weißen Blüten-Dolden, die weithin duften. Als Tee werden seine Blüten gerne für Schwitzkuren, bei Fieber und Erkältung eingesetzt. Die schwarzen Beeren sind sehr Vitamin C haltig und können als Saft, Mus oder Marmelade eingenommen werden. Im Volksglauben hausen die guten Hausgeister in Holunder-Bäumen, daher überlegt sich der abergläubische Landbewohner ganz genau, ob er einen Holunder fällen soll oder nicht.

Wissenschaftlicher Name:
Sambucus nigra

Pflanzenfamilie:
Geissblattgewächse = Caprifoliaceae

Englischer Name:
Elder

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Beeren; Achtung! Das Grüne der Pflanze ist giftig!

Volkstümliche Namen:
Alhorn, Backholder, Betschel, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Flieder, Hölder, Holder, Holderbusch, Hollerbusch, Holler, Hollunder, Huskolder, Keilken, Kelkenbusch, Kischke, Schwarzholder

Haupt-Anwendungen:
Erkältungen

Sammelzeit:
Blüten: Juni und Juli; Beeren: September und Oktober

Heilwirkung:

  • anregend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • erweichend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • pilztötend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend

Anwendungsbereiche:

  • Abwehrschwäche
  • Abszesse
  • Akne
  • Arteriosklerose
  • Arthritis
  • Asthma
  • Atemwegserkrankungen
  • Augenentzündung
  • Bindehautentzündung
  • Blähungen
  • Blasenentzündung
  • Bronchitis
  • Cellulite
  • Diabetes
  • Ekzeme
  • Erkältung
  • Erschöpfung
  • Erysipe
  • Falten
  • Fieber
  • Furunkel
  • Fußschweiß
  • Gelenkentzündung
  • Gicht
  • Grippe
  • Gürtelrose
  • Hämorrhoiden
  • Halsschmerzen
  • Harndrang
  • Hautentzündungen
  • Heiserkeit
  • Herpes
  • Hexenschuss
  • Husten
  • Insektenstiche
  • Juckreiz
  • Kehlkopfentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufschwäche
  • Leberschwäche
  • Luftröhrenkatarrh
  • Magen-Darm-Entzündung
  • Migräne
  • Milchbildung
  • Müdigkeit
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Nervosität
  • Neuralgien
  • Nierenschwäche
  • Ödeme
  • Ohrenschmerzen
  • Quetschung
  • Prellung
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen
  • Schnupfen
  • Schweißfüße
  • Sonnenbrand
  • Überanstrengte Augen
  • Übergewicht
  • Verbrennungen
  • Verstauchung
  • Verstopfung
  • Wassersucht
  • Wunden
  • Zahnschmerzen

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Johanniskraut

Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. Selbst sein Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni ab. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen sogar von der Schulmedizin bestätigt.

Wissenschaftlicher Name:
Hypericum perforatum

Pflanzenfamilie:
Hartheugewächse = Hypericaceae

Englischer Name:
St Johns Wort

Haupt-Anwendung:
Depressionen

Verwendete Pflanzenteile:
das blühende Kraut, Blüten

Sammelzeit:
Ende Juni bis September

Volkstümliche Namen:
Hartheu, Alfblut, Blutkraut, Frauenkraut, Gartheil, Hartenaue, Hergottsblut, Jageteufel, Jesuswundenkraut, Johannisblut, Johanniswurz, Konradskraut, Mannskraft, Teufelsflucht, Tüpfel-Hartheu, Tüpfel-Johanniskraut, Unserer Frauen Bettstroh, Wundkraut

Heilwirkung:

  • abschwellend
  • adstringierend
  • antibakteriell
  • beruhigend
  • blutblidend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • schmerzstillend
  • tonisierend

Anwendungsbereiche:

  • Atemwege
  • Bronchitis
  • Halsentzündung
  • Fieber
  • Verdauungssystem
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsschwäche
  • Magenbeschwerden
  • Darmentzündung
  • Durchfall
  • Hämorrhoiden
  • Harnorgane
  • Blasenentzündung
  • Bettnässen
  • Gebärmutterkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Endometritis
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Nervensystem
  • Depressionen
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Epilepsie
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Hypochondrie
  • Angstzustände
  • Neuralgien
  • Trigeminusneuralgie
  • Ischias
  • Hexenschuss
  • Bewegungsapparat
  • Rückenschmerzen
  • Muskelzerrungen
  • Blutergüsse
  • Quetschungen
  • Verrenkungen
  • Verstauchung
  • Krampfadern
  • Haut
  • Wunden
  • Verbrennungen
  • Beulen
  • Geschwüre
  • Ekzem
  • Schrunden
  • Stichwunden
  • Trockene Haut
  • Narbenschmerzen

Achtung! Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Johanniskraut macht empfindlich gegen Sonneneinstrahlung. Nicht vor Sonnenbädern einnehmen oder einreiben. Die Wirkung mancher Medikamente, vor allem immunsuppressive Medikamente, wird durch Johanniskraut abgeschwächt. Auch die Wirkung von manchen AIDS-Medikamenten, Antibiotika, chemischen Antidepressiva, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, manche Antiepileptika wird gehemmt. Wenn man starke Medikamente einnimmt, sollte man unbedingt den Arzt zu Rate ziehen, bevor man Johanniskraut anwendet.

Anwendung:

Vor allem die Wirkung des Johanniskrauts gegen leichte und mittelschwere Depressionen ist heutzutage bekannt. Aber auch als Wundheilmittel wird das rote Johanniskraut-Öl gerne verwendet. Die zahlreichen anderen Heilwirkungen des Johanniskrautes sind etwas in Vergessenheit geraten.

Depressions-Mittel

Schon im Mittelalter wurde das Johanniskraut gegen Melancholie verwendet, was aber in Vergessenheit geriet, bis die Schulmedizin in den 1970er Jahren die antidepressive Wirkung in medizinischen Studien bewies. Seitdem ist Johanniskraut das wichtigste pflanzliche Antidepressivum. In hoher Dosierung kann es nach 4 bis 6 wöchiger Anwendung leichte und mittelschwere Depressionen lindern. Die schulmedizinisch anerkannte Dosierung ist jedoch so hoch, dass diese mit Tees oder im freien Handel erhältlichen Mitteln nicht erreicht werden kann. Für die offiziell notwendige Dosierung zur Linderung von Depressionen sind täglich 900 mg bis 1800 mg Johanniskrautextrakt notwendig, etwa das zehnfache von frei verkäuflichen Mitteln. So hoch dosierte Johanniskraut-Präparate bekommt man nur in der Apotheke. Die Schulmedizin macht den Wirkstoff Hypericin für die antidepressive Wirkung verantwortlich. Die klassische Kräuterheilkunde und die moderne anthroposofische Medizin betrachten das Johanniskraut jedoch als Pflanze, die das Sonnenlicht des Hochsommers speichern kann, um die Freude des sonnigen Sommers dann im trüben Winter abzugeben und die Gemüter zu erhellen und zu erwärmen. So betrachtet kann man statt käuflicher Präparate auch durchaus einen Johanniskraut-Tee trinken. Ein bis zwei Teelöffel des Krautes auf eine Tasse wird mit kochendem Wasser übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Von diesem Tee mindestens zwei Tassen täglich trinken.

Nervenmittel

Das Johanniskraut ist auch für andere Erkrankungen des Nervensystems eine wertvolle Heilpflanze. Es hilft gegen Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände. Auch Kopfschmerzen und Migräne können gelindert werden. Einen wertvollen Beitrag leistet das Johanniskraut auch gegen Neuralgien wie Trigeminusneuralgie oder Hexenschuss. Dazu kann man es innerlich einnehmen und außerdem die betroffene Körperstelle mit Johanniskraut-Öl einreiben. In leichten Fällen von Epilepsie kann das Johanniskraut die Neigung zu Krampfanfällen vermindern. Diese Anwendung sollte jedoch unbedingt mit ärztlicher Begleitung erfolgen, denn einerseits kann Johanniskraut als Wechselwirkung die Wirkung von anderen Antiepileptika stören und andererseits hat ein Versagen der antiepileptischen Therapie potentiell gefährliche Folgen, wie Unfälle oder gar Status epilepticus mit möglicher Todesfolge.

Johanniskraut

Verdauungsorgane

Die verdauungsfördernde Wirkung des Johanniskrautes ist angesichts seiner Wirkungen auf das Nervensystem fast in Vergessenheit geraten. Doch das Johanniskraut stärkt Magen und Darm, lindert Entzündungen und hilft gegen Durchfall. Außer dem Tee kann man gegen Verdauungsbeschwerden auch das Johanniskrautöl innerlich einnehmen. Dazu nimmt man dreimal täglich einen Teelöffel des Öls.

Frauenheilkunde

Auch gegen Frauenbeschwerden hat das Johanniskraut eine Menge zu bieten. Durch seine krampflösenden Eigenschaften lindert es Periodenkrämpfe. Es enthält mit Beta-Sitosterol auch einen östrogenähnlichen Stoff, mit dem es unregelmäßige Zyklen regeln und Wechseljahrsbeschwerden lindern kann. Da die Wechseljahre häufig auch von Depressionen begleitet werden, ist das Johanniskraut somit eine optimale Heilpflanze für diese wichtige Lebensphase.

Andere innerliche Wirkungen

Außer den zahlreichen bereits beschriebenen innerlichen Einsatzgebieten kann man Johanniskraut-Tee oder Tinktur auch gegen Blasenentzündungen anwenden. Es hilft auch gegen Rheuma und Gicht. Sogar Bronchitis und andere Entzündungen der Atemorgane können gelindert werden.

Äußerliche Anwendung

Man kann das Johanniskraut als Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Waschungen, Bädern und Umschlägen äußerlich anwenden. Die bekannteste äußerliche Anwendung des Johanniskrautes ist jedoch das leuchtend rote Johanniskraut-Öl, das aus den frischen Blüten hergestellt wird. Das Öl hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen und andere Verletzungsfolgen. Auch leichte Verbrennungen, infizierte Wunden, Geschwüre und Neuralgien können durch Johanniskraut-Öl gelindert werden. Aufgrund seiner Vielfältigkeit gehört das Johanniskraut-Öl in jede Hausapotheke.

Pflanzenbeschreibung:

Johanniskraut

Das Johanniskraut ist in Europa, Nordafrika und Nordasien heimisch. Es wächst an sonnigen trockenen Stellen und ist häufig an Wegrändern, Waldrändern, Steinbrüchen und Böschungen zu finden. Es liebt vor allem kalkhaltigen Boden. Das mehrjährige Johanniskraut ist eine ca. 50-100 cm hohe Pflanze, die rund um ihren Stängel kleine ovale Blätter hat.

Im oberen Bereich ist die Pflanze buschig verzweigt. Die Blätter haben lauter rötlich-braune Punkte, die das rote Öl enthalten. Im Hochsommer blüht es goldgelb mit vielen Einzelblüten, die je 5 Blütenblätter haben. Die vielen braunen Staubblätter sind mit dunkelroten Drüsenpunkten übersät. Wenn man die Blüten zerdrückt, werden die Finger rötlich.

Lebensbaum/Thuja (Thuja occidentalis)

Lebensbaum/Thuja

Der Lebensbaum ist die verbreiteste Heckenpflanze in Mitteleuropa, weil er zügig wächst, preiswert ist und das ganze Jahr über grün ist. Den Meisten ist der Lebensbaum unter dem Namen "Thuja" bekannt. Weil der Thuja vor nicht allzu langer Zeit aus Nordamerika nach Europa kam, haben wir hierzulande kaum eine volksheilkundliche Tradition in der Anwendung des Lebensbaums. Bei den Ureinwohnern Nordamerikas ist er jedoch eine beliebte Heilpflanze.

Wissenschaftlicher Name:
Thuja occidentalis

Pflanzenfamilie:
Zypressengewächse = Cupressaceae

Englischer Name:
White Cedar, Tree of life

Haupt-Anwendung:
Warzen

Verwendete Pflanzenteile:
Triebspitzen, ätherisches Öl

Sammelzeit:
Frühsommer

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • antiseptisch
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schweißtreibend

Anwendungsbereiche:

  • Erkältungen
  • Gicht
  • Neuralgien
  • Rheuma (als Einreibung)
  • menstruationsfördernd
  • Geschwüre
  • Eiterungen

Anwendung:

Lebensbaum/Thuja

Achtung! Giftig! Lebensbaum nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden.

Da der Lebensbaum reizende Wirkstoffe enthält, wird er vorwiegend äußerlich angewandt und auch das mit einer gewissen Vorsicht. Die Wirkung des Thujas beruht vor allem auf seinen intensiven ätherischen Ölen und dem giftigen Stoff Thujin. Da der Thuja aus Amerika kommt, hat die medizinische Anwendung in Europa keine langjährige Tradition. Die Ureinwohner Nordamerikas bereiteten aus den Zweigspitzen des Thujas eine Salbe, die sie gegen Rheuma und Gichtschmerzen anwendeten. Durch die hautreizenden Eigenschaften kann man eine Tinktur aus den Thuja-Zweigspitzen gegen Warzen anwenden.

Verdünnte Anwendung

In homöopathischer Verdünnung, aber sehr niedrig potenziert (D1 bis D3), wird Thuja occidentalis gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Die Anwendung reicht von der Aktivierung alt gewordener Hautentzündungen, damit diese abheilen können, bis hin zur Behandlung von Nebenhöhlenentzündung.

Ätherisches Öl

Da der Thuja viele ätherische Öle enthält, wird Thuja gerne in der Aromatherapie eingesetzt. Das ätherische Thuja-Öl befreit einerseits die Atemwege und wirkt, wie andere Thuja-Zubereitungen, hautreizend und antibakteriell.

Pflanzenbeschreibung:

Lebensbaum/Thuja

Der zypressenartige Thuja ist ursprünglich in Nordamerika heimisch. Inzwischen hat er sich aber überall in den gemäßigten Zonen als beliebte Friedhofs- und Heckenpflanze verbreitet. Der immergrüne Nadelbaum mit den relativ weichen, schuppenartigen Nadeln wird in seltenen Fällen bis zu 35 m hoch.

Meistens bleibt er aber kleiner als 20 m. Die Rinde des Lebensbaums ist rötlich und in Längsrichtung rissig. Die Nadeln riechen apfelartig, wenn man sie zerreibt. Der Saft der Nadeln wirkt hautreizend, worauf auch die Heilwirkung des Lebensbaums beruht. Zwischen April und Mai blüht der Thuja. Aus den Blüten entwickeln sich schmale Zäpfchen, die holzige Schuppen haben.

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Liebstöckel

Ursprünglich ist der Liebstöckel in Südwesteuropa beheimatet. In Mitteleuropa gedeiht er jedoch auch prächtig und wurde deshalb schon vor Jahrhunderten in mitteleuropäischen Gärten angebaut. Inzwischen trifft man den Liebstöckel auch hier und da verwildert an. In der Küche ist der Liebstöckel als Maggikraut bekannt und würzt mit seinen Blättern Kräuterquark und Suppen aller Art. In der Medizin werden Wurzel und Samen des Liebstöckels für den Harnapparat, Verdauung und weibliche Fortpflanzungsorgane eingesetzt. Wenn die mehrjährige Pflanze im Garten erstmal einen Lieblingsplatz gefunden hat, kommt sie jedes Jahr wieder und wird so groß, dass eine normale Familie ihren ganzjährigen Liebstöckel-Bedarf für Küche und Hausapotheke damit decken kann.

Wissenschaftlicher Name:
Levisticum officinale

Pflanzenfamilie:
Doldenblütler = Apiaceae

Englischer Name:
Lovage

Volkstümliche Namen:
Badkraut, Gebärmutterkraut, Gichtstock, Leibstöckle, Leppstock, Levestock, Liebesröhre, Liebrohr, LiebStängel, Lobstock, Lübstock, Lustecken, Luststöckel, Maggikraut, Nervenkräutel, Rübestöckel, Saukraut, Sauerkrautwurz, Schluckwehrohr, Wasserkräutel

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter als Gewürz; Wurzel und Samen in der Heilkunde

Sammelzeit:
Blätter: Frühjahr; Wurzel: Zeitiges Frühjahr oder Spätherbst; Samen: Spätsommer

Heilwirkung:

Achtung! Nicht in der Schwangerschaft anwenden!

  • anregend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend
  • Appetitlosigkeit
  • Abmagerung
  • Blasenentzündung
  • Blasensteine
  • Nierenleiden
  • Nierensteine
  • Blähungen
  • Magenbeschwerden
  • Mangel an Magensäure
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Stoffwechsel anregend
  • Rheuma
  • Gicht
  • Wassersucht (Ödeme)
  • menstruationsfördernd
  • Menstruationskrämpfe
  • Mittelohrentzündung
  • Halsentzündung
  • Kehlkopfentzündung
  • Mundschleimhautentzündung
  • Bronchitis
  • Husten
  • Herzschwäche
  • Wassersucht
  • Ödeme
  • Nervenschwäche
  • Nervosität
  • Ekzeme
  • Furunkel
  • eitrige Wunden
  • Gewürz

Anwendung:

Liebstöckel

Verdauungsmittel

Der Haupt-Einsatzzweck des Liebstöckels sind Verdauungsprobleme. Er stärkt den Appetit, wirkt Abmagerung entgegen und stärkt die Verdauungsorgane so, dass sie die gegessene Nahrung auch gut verdauen können. Man kann Liebstöckelsamen, die Wurzel oder die Blätter als Tee oder Tinktur einnehmen oder man würzt die Speisen mit Samen oder Blättern. Im Tee schmeckt der Liebstöckel sehr würzig, was für Tees eher ungewohnt ist.

Stoffwechsel und Harnorgange

LiebstöckelDurch seine harntreibenden und aktivierenden Eigenschaften stärkt der Liebstöckel den Stoffwechsel und die Harnorgane. Dadurch, und auch durch seine herzstärkende Wirkung, hilft er auch gegen Wasseransammlungen in Füßen und Beinen. Auch bei Rheuma und Gicht kann man Linderung durch den Liebstöckel erfahren. Eine Kur mit einem Liebstöckel-Wein (1 EL auf 1/2 Liter Weißwein) soll den Abgang von Nierensteinen und Nierengrieß fördern.

Frauenheilkunde

Der Liebstöckel fördert die Menstruation und sorgt durch seine entkrampfende Wirkung dafür, dass Periodenkrämpfe gelindert werden. Bei der Geburt kann der Liebstöckel die Wehen fördern und erleichtern. Darum sollte man ihn auch nicht in der Schwangerschaft anwenden, außer zu einem späten Zeitpunkt, wenn die Geburt schon fällig ist.

Atemwegserkrankungen

Bei fieberfreien Erkältungen kann der Liebstöckel gegen Husten, Halsschmerzen und sogar gegen Ohrenschmerzen helfen. Allerdings sollte man den Liebstöckel nicht bei Fieber verwenden, da er das Fieber eher verstärken könnte.

Hauterkrankungen

Äußerlich kann man Abkochungen der Wurzel als Waschung, Bad oder Umschlag gegen Ekzeme, eitrige Wunden und Furunkel verwenden.

Aphrodisiaka

Als wären der Heilwirkungen nicht schon genug, wird dem Liebstöckel außerdem noch nachgesagt, ein Liebesmittel zu sein. Seine stärkende und anregende Wirkung sprechen dafür, aber vielleicht ist es auch der Name und die Triebkraft des Wuchses, die dem Liebstöckel zu diesem Ruhm verholfen hat.

Gewürz

Vor allem die Blätter werden gerne in der Küche verwendet, besonders in würzigen Suppen. Aber auch die Liebstöckel-Samen eignen sich hervorragend für diesen Zweck. Sie haben vor allem den Vorteil, dass sie auch im trocknen Zustand noch sehr kräftig würzen. Dem Namen "Maggikraut" macht der Liebstöckel alle Ehre, obwohl im echten Maggi gar kein Liebstöckel enthalten ist.

Pflanzenbeschreibung:

Liebstöckel

Der Liebstöckel ist in Europa heimisch, kommt aber ursprünglich aus südlichen Ländern. Er liebt sandige und gut gedüngte Böden, kommt aber auch mit anderen Böden klar. Seine ausdauernde Wurzel treibt im zeitigen Frühjahr kraftvolle Triebe, die zuerst rötlich sind, aber bald grün werden. Die Triebkraft der ersten Sprosse ist enorm und die Pflanze wächst von Tag zu Tag so sehr, dass man nur so staunt. Diese enorme Wuchskraft ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum die Pflanze Liebstöckel heißt.

Innerhalb kurzer Zeit erinnert der Liebstöckel an einen hüfthohen Busch mit weichen Stängeln und glatten, weichen Blättern. Die Blätter sind grob gesägt und riechen bei Berührung würzig. Der würzige Geruch und Geschmack hat der Pflanze den Namen Maggikraut gegeben. Im Hochsommer stängelt der Liebstock gewaltig nach oben. Die Stängel werden über zwei Meter hoch und bilden gelbliche Doldenblüten aus. Im Gegensatz zu den filigranen Blüten des Dills und Fenchels sind die Blüten des Liebstöckels sehr kompakt und kräftig. Aus den Blüten bilden sich Samen, die man ernten, trocknen und als Heilmittel oder Gewürz benutzen kann.

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Nachtkerze

An steinigen Stellen, Wegrändern und im Ödland wächst die Nachtkerze, dort wo man kaum das Wachsen einer so schönen Pflanze erwartet. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen blüht die Nachtkerze auch in der Dunkelheit, was besonders auffällt, wenn man einen warmen Sommerabend im Freien verbringt. Daher ist mir die Nachtkerze schon aus meiner Kindheit in sehr angenehmer Erinnerung. Erst in letzter Zeit wurde die Nachtkerze als vielseitiges Heilmittel entdeckt, denn bis vor wenigen Jahren war nicht bekannt, dass die Samen ausgesprochen viel Gamma-Linolensäure enthalten, die gut für Blutgefäße und Haut sind.

Wissenschaftlicher Name:
Oenothera biennis

Pflanzenfamilie:
Nachtkerzengewächse = Onagraceae

Englischer Name:
Common evening-primrose

Volkstümliche Namen:
Abendblume, Nachtstern, Rapontika, Sommerstern, Süßwurzel

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Wurzel, Öl

Sammelzeit:
Blätter: Juni bis Oktober; Wurzel: Herbst; Samen (für die Ölgewinnung): Spätsommer und Herbst


Heilwirkung (Blätter):

  • adstringierend
  • beruhigend
  • Durchfall
  • Husten
  • Asthma
  • Bluthochdruck
  • Gicht
  • Ekzem
  • Quetschung
  • Magenbeschwerden
  • Darmbeschwerden
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Wechseljahrsbeschwerden

Heilwirkung (Samen):

  • Arteriosklerose
  • Hautprobleme
  • Ekzeme

Heilwirkung (Wurzeln):

  • stärkend
  • Rekonvaleszenz

Anwendung:

Nachtkerze

Die Blätter kann man als Tee innerlich oder äußerlich als Kompresse anwenden. Die Wurzel soll, als Gemüse gegessen, besondere Stärke verleihen und Kranken neue Kraft geben und zu ihrer Genesung beitragen.

Besondere Aufmerksamkeit hat jedoch das Öl aus den Samen gewonnen, weil es mehr Gamma-Linolensäure enthält, als jede andere bekannte Pflanze. Gamma-Linolensäure ist eine besondere ungesättigte Fettsäure, die in vielen Organen hilft, die Prostaglandine zu bilden.

Pflanzenbeschreibung:

Die Nachtkerze ist zweijährig und wächst an sonst unfruchtbaren, steinigen Stellen. Sie wird bis zu über 1 m hoch. Manchmal ist ihr Stängel teilweise rötlich. Im unteren Bereich sind die Blätter eiförmig mit der Spitze am Stängel, weiter oben werden die Blätter kleiner. Die leuchtend gelben Blüten sitzen in den Blattachseln, meistens mehrere auf einer Ebene gemeinsam, sodass sie den Blütenstand oft wie ein Kranz umgeben.

Nachtkerze

Schon von weitem kann man die kräftig gefärbten Blüten sehen. Sie erinnern ein wenig an die Königskerze, aber sie recken sich nicht kerzenartig in die Höhe, sondern umkränzen eher die Pflanze.

Nelken (Syzygium aromaticum)

Nelken

Das kräftige Aroma der Gewürznelken ist den Meisten durch Lebkuchen und Rotkohl wohlbekannt. Wer jemals auf eine dieser kleinen, harten Nägelein gebissen hat, weiß genau, welch intensive Würzkraft in der Gewürznelke steckt. Daher werden die tropischen Gewürznelken auch vor allem als Gewürz eingesetzt. In der Heilkunde finden sie zur Verdauungsförderung, gegen Zahnschmerzen und als Einreibemittel Verwendung. Mit der Nelkenblume, die uns hierzulande in den Gärten erfreut, hat die Gewürznelke botanisch gesehen keine Verbindung. Die Namensgleichheit kommt wohl durch den etwas ähnlichen Duft mancher Nelkenblumen.

Wissenschaftlicher Name:
Syzygium aromaticum, Caryophyllus aromaticus

Pflanzenfamilie:
Myrtengewächse = Myrtaceae

Englischer Name:
Clove

Volkstümliche Namen:
Gewürznelken, Negelken, Nägelein

Haupt-Anwendung:
Zahnschmerzen

Verwendete Pflanzenteile:
Blütenknospen

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • fungizid
  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend

Anwendungsbereiche:

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Erbrechen
  • Gastritis
  • Gelenkschmerzen
  • Magen anregend
  • Magenschleimhautentzündung
  • Mundgeruch
  • Mundschleimhautentzündung
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung

Anwendung:

Die Nelken werden vor allem aufgrund ihrer intensiven ätherischen Öle verwendet. Die Einsatzgebiete der Nelken entsprechen der Wirkung der ätherischen Öle: appetitanregend, verdauungsfördernd, antibakteriell und schmerzstillend.

Verdauungshilfe

Wegen ihrer Fähigkeit, die Verdauung zu stärken und den Appetit anzuregen, findet man Gewürznelken als Bestandteil vieler Magenbitter. Auch in Magen-Darm-Tees und Tinkturen findet man die Gewürznelken. Meistens werden nur kleine Mengen der Gewürznelken verwendet, weil sie so intensiv riechen und schmecken.

Mundpflege

Bei der Pflege von Zähnen und Zahnfleisch kann die Nelke gleich mit zwei wichtigen Eigenschaften aufwarten. Sie wirkt einerseits antibakteriell und andererseits schmerzstillend. Daher findet sie Verwendung in manchen Mundwässern und Zahnpasta. Vor allem früher wurde das ätherische Öl der Nelke häufig in der Zahnheilkunde verwendet. Auch heute noch kann man Zahnschmerzen mithilfe von Nelken lindern, beispielsweise, wenn der Zahn nach einer Zahnbehandlung noch schmerzhaft gereizt ist oder wenn der Zahn aufgrund von Nervenirritationen schmerzt. Dazu kann man ätherisches Nelkenöl sparsam einsetzen oder eine Gewürznelke zwischen Zahnfleisch und Lippe in den Mund nehmen und eine Weile einwirken lassen.

Einreibungen

Die schmerzstillenden und entkrampfenden Eigenschaften des Nelkenöls machen es auch als Einreibemittel gut geeignet. Man kann das Nelkenöl sowohl in Massageölen als auch in Kräutergeistern einsetzen. Mit diesen Einreibe-Lösungen kann man schmerzende Muskeln und Gelenke einreiben. Sie eignen sich gut zur Behandlung von Rückenschmerzen und rheumatischen Schmerzen.

Gewürz

Die Gewürznelke wird vor allem in der Küche als Gewürz eingesetzt. Geradezu klassisch ist ihre Verwendung im Glühwein. Aber auch in indischen Gewürztees (Chai) ist die Nelke ein wichtiger Bestandteil. Bei fester Nahrung werden Nelken vorwiegend zur Förderung der Verdauung verwendet. Daher findet man sie vor allem in schwer verdaulichen Gerichten, wie beispielsweise Rotkohl, Sauerkraut, Wild. Aber auch im Weihnachtsgebäck darf die Nelke nicht fehlen. Sie gehört zu den klassischen Lebkuchengewürzen.

Geschichte:

Die Gewürznelken waren schon im alten China und Ägypten bekannt und sehr geschätzt. Die Araber brachten die Nelken nach Europa. Die erste europäische Erwähnung fanden die Nelken im 4. Jahrhundert als Kaiser Konstantin dem Papst Sylvester I. Gewürznelken überreichte.

Auch Hildegard von Bingen schätzte die Nelken als wertvolles Gewürz und Heilpflanze. Es gab Zeiten, da wurden die Gewürznelken mit Gold aufgewogen. Während der Pestepidemien im Mittelalter trugen die Ärzte Nelkenketten oder kauten auf den Knospen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Pflanzenbeschreibung:

Der Gewürznelkenbaum ist in den Molukken heimisch. Er wird nahezu überall in den Tropen angebaut. Der Nelkenbaum ist ein immergrüner Baum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann. Alle Teile des Nelkenbaums riechen stark würzig. Er hat spitze, eiförmige bis zu 15 cm lange ledrige Blätter. Die vierzähligen gelblich-roten Blüten stehen in Trugdolden.

Sie duften stark und intensiv. Aus den Blüten entwickeln sich dunkelrote Beeren-Früchte. Mit den hiesigen Blumen namens Nelke hat der Gewürznelkenbaum botanisch nichts zu tun. Die Nelken-Blumen wurden jedoch nach der Gewürznelke benannt, weil ihr Duft ein wenig ähnlich ist.

Pfefferminze (Mentha piperita)

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist bestimmt jedem als Kräutertee bekannt, den man auch trinkt, wenn man nicht krank ist. Dabei hat die Pfefferminze eigentlich eine ziemlich starke Heilwirkung und ist von daher gar nicht allzu sehr als Haustee geeignet. Wer sie aber gut verträgt, braucht nicht auf seinen regelmäßigen Pfefferminztee zu verzichten. Pfefferminze wächst ziemlich unkompliziert in Hausgärten und kommt Jahr für Jahr wieder, wenn sie erst mal heimisch geworden ist. Andere Minzenarten, wie z.B. die Wasserminze oder Nanaminze haben ähnliche Wirkungen.

Wissenschaftlicher Name:
Mentha piperita

Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae

Englischer Name:
Peppermint

Volkstümliche Namen:
Aderminze, Balsam, Edelminze, Englische Minze, Gartenminze, Peperminte, Schmeckerts, Teeminze

Haupt-Anwendung:
Verdauungsbeschwerden

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Sammelzeit:
im Frühsommer vor der Blüte

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • entzündungswidrig
  • keimtötend
  • galletreibend
  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • tonisierend

Anwendungsbereiche:

  • Schnupfen
  • Erkältung
  • Grippe
  • Appetitlosigkeit
  • Magenschmerzen
  • Magenkrämpfe
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Verdauungsschwäche
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Gallenbeschwerden
  • Mundgeruch
  • Nierenschwäche
  • Herzschwäche
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Nervenschmerzen
  • Ischias
  • Hexenschuss
  • Rheuma
  • schmerzhafte Regel
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Schlecht heilende Wunden

Achtung! In der Schwangerschaft sollte man die Pfefferminze, wie alle Minzarten, nicht verwenden, denn sie könnte eventuell Fehlgeburten auslösen. Außerdem vertragen manche Menschen keine Pfefferminze. Sie bekommen dadurch Magenschmerzen. Solche Menschen sollten auf die Anwendung von Pfefferminze verzichten. In manchen Fällen wird die mildere Wasserminze besser vertragen.

Anwendung:

Pfefferminze

Innerlich als Tee

Die Pfefferminze wird bevorzugt als Tee eingesetzt. So hilft sie innerlich bei Magen-Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und den anderen oben aufgelisteten Problemen. Auch als Haustee im Alltag ist sie beliebt, weil sie so erfrischend schmeckt. In arabischen Ländern ist die Minze sogar allgegenwärtiges Nationalgetränk.

Äußerliche Anwendungen

Für die äußerliche Anwendung kann man den Teeaufguss für Bäder, Waschungen und Kompressen verwenden. Gegen Kopfschmerzen kann man Stirnumschläge mit Pfefferminztee machen.

Ätherisches Öl - äußerlich

Als ätherisches Öl kann man die Pfefferminze bei Erkältungen inhalieren oder einreiben. Das ätherische Öl ruft zunächst ein Kältegefühl und anschließend ein Wärmegefühl hervor. Es lindert Schmerzen und löst Krämpfe, außerdem erweitert es die Atemwege. Daher erleichtert es die Atmung und lindert Kopfschmerzen. Rechtzeitig angewandt kann es Migräneanfälle abschwächen oder verhindern. Auch Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Neuralgien können damit gelöst werden.

Ätherisches Öl - innerlich

Hochwertiges Pfefferminzöl kann man niedrig dosiert und mit Flüssigkeit verdünnt auch innerlich einnehmen. Es fördert dann die Ausschüttung von Gallensaft, stärkt die Verdauungstätigkeit und kann Krämpfe lösen. Allerdings ist innerlich eingenommenes Pfefferminzöl sehr stark und sollte nicht zu oft eingenommen werden

Pflanzenbeschreibung:

Pfefferminze

Die Pfefferminze ist eine Bastardart der Krauseminze, die im 17. Jahrhundert spontan in England entstand. Daher kommt die Pfefferminze in der Natur ursprünglich nicht wild vor. Die Pfefferminze vermehrt sich von selbst durch Wurzelausläufer, aus denen jeweils neue Pfefferminzpflanzen sprießen.

Sie wird ca. 30 cm hoch und hat kantige Stängel, die sich nach oben hin verzweigen, wenn sie genug Platz haben. Die fein gesägten länglichen dunkelgrünen Blätter stehen kreuzgegenständig entlang des Stängels. Wenn man an ihnen reibt, riecht man das typische Pfefferminzaroma. Ab Juni blüht die Pfefferminze in Form von Ähren an den Spitzen der Triebe mit weißrosa kleinen Blüten.

Quendel (Thymus serpyllum)

Quendel

Der Quendel ist der wilde Bruder des Thymians. Er ist in Mitteleuropa heimisch und wächst an Stellen, die anderen Pflanzen zu trocken, steinig und sonnig sind. Dort an steinigen Plätzen, auf die die Sonne knallt, bildet der Quendel ganze Teppiche, die im Sommer rosafarben blühen und schon von weitem herbwürzig duften. In der Pflanzenheilkunde kann man den Quendel sehr ähnlich einsetzen wie den Thymian. Er hilft gegen Husten, stärkt die Verdauung und lindert Frauenbeschwerden. Auch gegen entzündliche Hautprobleme und Gelenkschmerzen kann man diese vielfältige Heilpflanze verwenden.

Wissenschaftlicher Name:
Thymus serpyllum

Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae

Englischer Name:
Wild Thyme

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Kraut

Sammelzeit:
Mai bis September

Volkstümliche Namen:
Feld-Thymian, Sand-Thymian, Betony, Feldbulla, Feldkümmel, Feldpoley, Geismajoran, Geschwulstkraut,Grundling, Hollaien, Hühnerbolle, Immenkraut, Keale, Kinderkraut, Kounala, Kranzlkraut, Kudelkraut, Kückenkümmel, Kundenkraut, Kunderle, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Quandl, Quenula, Rainbadkraut, Rainkinderle, Rauschkraut, Rainkümmel, Violetter Bohler, Wilde Meron, Wilder Thymian, Wilder Zimt, Wurstkraut

Heilwirkung:

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend
  • Atemwege
  • Bronchitis
  • Husten
  • Keuchhusten
  • Reizhusten
  • Hustenkrampf
  • Asthma
  • Erkältung
  • Halsentzündung
  • Heiserkeit
  • Luftröhrenkatarrh
  • Verdauungssystem
  • Verdauungsschwäche
  • Sodbrennen
  • Blähungen
  • Magenbeschwerden
  • Durchfall
  • Mundgeruch
  • Frauenheilkunde
  • menstruationsfördernd
  • Unterleibskrankheiten
  • Periodenkrämpfe
  • geburtserleichternd
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Nervensystem
  • Nervenschwäche
  • Schlaflosigkeit
  • Epilepsie
  • Bewegungsapparat
  • Verstauchungen
  • Verrenkungen
  • Quetschungen
  • Gelenkschmerzen
  • Haut
  • Schlecht heilende Wunden
  • Entzündete Wunden
  • Ekzeme
  • Gesichtsrose
  • Erysipel
  • Gürtelrose

Achtung! Quendel sollte nicht in großen Mengen in der Schwangerschaft verwendet werden.

Anwendung:

Quendel

Atmungsorgane

Der wichtigste Einsatzbereich des Quendels sind Erkrankungen der Atmungsorgane. Durch seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpft der Quendel Husten und Erkältungen, die durch Krankheitserreger verursacht wurden. Die Krampf lösende Eigenschaft hilft gegen Spasmen beim Husten, was den Quendel auch gut gegen Keuchhusten, Reizhusten und Asthma wirken lässt. Außerdem löst der Quendel den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann.

Verdauung

Der Quendel regt die gesamte Verdauung an. Daher eignet er sich auch als Gewürz für schwer verdauliche Gerichte. Auch bei Blähungen und Sodbrennen kann der Quendel helfen.

Frauenheilkunde

Vor allem die Volksheilkunde betrachtet den Quendel als ein Frauenkraut. Durch seine krampflösenden Fähigkeiten kann der Quendel Menstruationskrämpfe lindern. Er kann auch die Menstruation fördern und den Zyklus regulieren. Die Geburt kann durch Quendel erleichtert werden. Darauf deuten auch die Namen Kinderkraut, Liebfrauenbettstroh und Marienbettstroh hin. Mit Quendel und anderen "Bettstroh"-Kräutern wurden früher die Matratzen von Wöchnerinnen ausgestopft, um ihnen die Zeit nach der Geburt und den Lebensstart für das Baby zu erleichtern.

Nervensystem

Der Quendel gilt auch als Heilpflanze für das Nervensystem. Er soll Einschlafstörungen lindern können. Früher wurde er auch gegen Epilepsie eingesetzt.

Tee

Gegen Husten, Verdauungsprobleme, Frauenkrankheiten und Nervenschwäche hilft der Quendel am besten in Form eines Tee-Aufgusses. Dazu übergießt man einen Teelöffel Quendelkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Man kann den Tee mit Honig süßen, um die Wirkung noch zu verstärken. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken und lässt auch den Dampf des Tees auf sich wirken.

Äußerliche Anwendung

Äußerlich kann man den Quendel gegen die Folgen kleiner Unfälle, wie Quetschungen und Prellungen anwenden und auch gegen Wunden und Hautentzündungen. Für Einreibungen kann man eine Quendel-Tinktur ansetzen und verwenden. Mit Quendeltee kann man Bäder durchführen oder Waschungen und Umschläge.

Pflanzenbeschreibung:

Quendel

Der Quendel ist in Mitteleuropa heimisch. Er ist ein naher Verwandter des Thymians, der eher in südlicheren Gefilden wächst. Auch wenn der mehrjährige Quendel nach Mitteleuropa gehört, liebt er dennoch trockene und warme Standorte. Er ist anspruchslos, was die Nährstoffe angeht, darum gedeiht er gut an steinigen Stellen. Je nach Standort hat er eine unterschiedliche Gestalt. Man hat über zwanzig Unterarten identifiziert. Eine lange Wurzel reicht beim Quendel in den Boden.

Von dort aus breitet sich eine Pflanze bis zu einem Quadratmeter aus und bildet einen würzig duftenden Teppich. Die Ausläufer des Quendels kriechen über den Boden und lassen niedrige, beblätterte Triebe nach oben steigen. Meistens wird der Quendel nur 10 cm hoch, in Ausnahmefällen kann er sich aber bis zu 60 cm über den Boden erheben. Die Blätter des Quendels sind sehr klein und schmal oval. Sie sind relativ hart und duften ausgeprägt balsamisch. Ab Mai blüht der Quendel mit rosafarbenen bis violetten Blüten, die in Kugeln oder Ähren stehen.

Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblume

Die Ringelblume ist nicht nur als Heilpflanze bekannt, sondern steht auch in vielen Gärten als besonders üppig blühende Zierde. Ab Juni taucht sie viele Bauerngärten in leuchtendes Orange. Ihre Blüten sind ein hervorragendes Wundheilmittel, was die starke Verbreitung der Ringelblumensalbe erklärt. Man kann die Ringelblume auch innerlich anwenden, um Verdauungsbeschwerden zu lindern und gegen Frauenprobleme zu helfen.

Wissenschaftlicher Name:
Calendula officinalis

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Marigold

Haupt-Anwendung:
Hautentzündungen

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Blätter

Sammelzeit:
Juni - Oktober

Volkstümliche Namen:
Butterblume, Dotterblume, Gartendotterblume, Goldblume, Ingelblum, Rinderblume, Ringelrose, Ringula, Sonnenbraut, Sonnenwende, Studentenblume, Totenblume, Warzenkraut, Weckbröseln, Wucherblume

Heilwirkung:

  • abschwellend
  • adstringierend
  • antibakteriell
  • anregend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • pilztötend
  • krampflösend
  • pilztötend

Anwendungsbereiche:

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Magen- und Darmstörungen
  • Brechreiz
  • Magengeschwür
  • Verstopfung
  • Hämorrhoiden
  • Gallenbeschwerden
  • Leberschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindel
  • Angstzustände
  • Menstruationsfördernd
  • Menstruationsschmerzen
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Quetschungen
  • Zerrungen
  • Blutergüsse
  • Hautleiden
  • Wunden
  • Schlecht heilende Wunden
  • Ekzeme
  • Geschwüre
  • Brandwunden (leichte)
  • Sonnenbrand
  • Gesprungene Lippen
  • Schnittwunden
  • Pickel
  • Furunkel
  • Erysipel
  • Unreine Haut
  • Warzen
  • Krampfadern
  • Unterschenkelgeschwüre
  • Offene Beine
  • Entzündungen und Vereiterungen der Haut
  • Hautkrebs
  • Wundliegen
  • Wunde Brustwarzen
  • Wunde Babypopos
  • Windeldermatitis
  • Narbenwucherungen
  • Schmerzen in Amputationsstümpfen
  • Afterjucken
  • Gesichtsrose
  • Erysipel
  • Gürtelrose

Anwendung:

Ringelblume

Man kann die Ringelblume innerlich und äußerlich einsetzen. Die äußerliche Anwendung ist zwar bekannter, aber auch innerlich hat die Ringelblume einiges zu bieten. Innerlich kann man die Ringelblume als Tee, in Mischtees oder als Tinktur einnehmen. Für einen Ringelblumen-Tee übergießt man einen gehäuften Teelöffel Ringelblumenblüten mit kochendem Wasser und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Davon trinkt man bei stärkeren Beschwerden drei Tassen täglich.

Verdauungsorgane

Ringelblumen-Tee stärkt die Verdauungsorgane, lindert Brechreiz und hilft Magengeschwüre abzuheilen. Auch eine leichte Abführwirkung hat die Ringelblume. Außerdem werden Leber und Galle gestärkt.

Nervensystem

Ringelblumen-Tee oder Tinktur kann gegen Kopfschmerzen und Einschlafstörungen helfen. Schwindelanfälle werden gemildert. Man kann die Ringelblume auch gegen Panikattacken verwenden.

Frauenbeschwerden

Die Ringelblume hat einige Wirkungen in der Frauenheilkunde. Durch ihre krampflösenden Eigenschaften kann die Ringelblume Periodenkrämpfe lindern. Außerdem ist in der Ringelblume Beta-Sitosterol enthalten, ein östrogenartiger Wirkstoff, der unregelmässige Zyklen ausgleicht und Beschwerden der Wechseljahre lindert. Der Inhaltsstoff Stigmasterol fördert den Eisprung und somit indirekt auch die Regulierung des Zyklus. Auch Unfruchtbarkeit kann behoben werden, wenn sie aufgrund von fehlendem Eisprung besteht.

Äußerliche Anwendung

Das Haupteinsatzgebiet der Ringelblume ist die äußerliche Anwendung. Sie wirkt fördernd auf die Granulationsbildung beim Wachstum neuer Haut. Außerdem wirkt sie abschwellend, entzündungshemmend, antibakteriell und pilzhemmend. Häufig wird auf die Wirkungsverwandtschaft von Ringelblume und Arnika hingewiesen. Die Ringelblume wirkt jedoch milder, was sie im Endeffekt stärker macht, weil man sie auch in Fällen einsetzen kann, wo Arnika zu scharf wäre. Man kann Ringelblumen-Tee als Umschlag, für Waschungen und als Bad anwenden. Auch mit verdünnter Ringelblumen-Tinktur kann man Einreibungen vornehmen und Umschläge machen. Außerdem wird die Ringelblume traditionell als Salbe angewandt. Man kann sie für nahezu alle Arten von Hautverletzungen und Hautentzündungen einsetzen. Auch leichte Brandwunden, Sonnenbrand und Ekzeme kann man mit Ringelblumen-Salbe behandeln. Nach Verletzungen hilft Ringelblumensalbe gegen Quetschungen, Verstauchungen und blaue Flecken. Auch Krampfadern und Krampfadergeschwüre können mit Ringelblumensalbe behandelt werden, ebenso wie Wunden durch Wundliegen (Dekubitus) und offene Beine. Warzen kann man mit frischen, zerquetschten Blättern bekämpfen.

Hautkrebs

Traditionell wird die Ringelblume auch gegen Hautkrebs eingesetzt. Hierbei geht es eher um den verbreiteten hellen Hautkrebs und weniger um Melanome. Ob die Ringelblume tatsächlich gegen Hautkrebs hilft ist fraglich und bislang nicht wissenschaftlich bewiesen. Die Ringelblume soll bei chronischen Geschwüren helfen, die Entwicklung zu einem Hautkrebs zu verhindern. Solange ein Geschwür noch kein Krebs ist, kann man das durchaus versuchen (unter ärztlicher Aufsicht). Sobald sich aber ein Krebs entwickelt hat, sollte man unbedingt dem ärztlichen Rat folgen, der in den meisten Fällen auf eine operative Entfernung hinausläuft. Zur Nachbehandlung kann man dann aber wieder die Ringelblume einsetzen. Ausser all diesen Cremes ist traditionell auch noch Ringelblumen-Butter beliebt, die aus zerquetschten Ringelblumen-Blättern zu gleichen Teilen vermischt mit Ziegenbutter besteht. Sie wird genauso eingesetzt wie Ringelblumen-Salben.

Pflanzenbeschreibung:

Ringelblume

Die Ringelblume ist ursprünglich in Südeuropa heimisch. Schon seit dem 12. Jahrhundert wird die Ringelblume in Mitteleuropa angebaut. Sie wächst als Zier- und Heilpflanze in Gärten und wird teilweise auch professionell kultiviert. Manchmal kommt die Ringelblume auch verwildert vor. Die einjährige Pflanze wird ca. 30-60 cm hoch. Der hellgrüne Stängel verzweigt sich vielfach, wenn die Pflanze genug Platz zur Verfügung hat.

Die Blätter sind behaart, unten spatelförmig und nach oben hin kleiner und schmaler werdend. Die Blüten, die ab Juni über den ganzen Hochsommer hinweg anzutreffen sind, sind orange-gelb leuchtende Korblüten. Einige Sorten tragen gefüllte Blüten, andere ungefüllte. Die Ringelblume blüht von Mai bis Oktober, manchmal sogar bis Weihnachten, wenn Herbst und Winteranfang mild sind. Aus den Blüten entwickeln sich die Samen, die wie Krallen mit Widerhaken aussehen. Mit diesen Haken hängen die Samen im Fell von Tieren fest, um zur Verbreitung der Pflanze beizutragen. Diese gebogenen Samen haben der Ringelblume ihren Namen eingebracht.

Salbei (Salvia officinalis)

Salbei

Der Salbei gehört zu den Kräutern, die im Mittelmeerraum heimisch sind, bei uns aber auch gut gedeihen. An der richtigen Stelle im Garten gepflanzt wuchert er über mehrere Quadratmeter. Sein Spezialgebiet ist die zusammenziehende und desinfizierende Wirkung. Dadurch wirkt er gut bei Halsschmerzen und ist bei Halsentzündungen aller Art die Pflanze der Wahl. Der Salbei hat außerdem eine ausgesprochen schweißhemmende Wirkung. Genauer betrachtet hat der Salbei so vielfältige Heilwirkungen, dass man ihn zu Recht fast als Allheilmittel bezeichnen kann.

Wissenschaftlicher Name:
Salvia officinalis

Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae

Englischer Name:
Sage

Volkstümliche Namen:
Altweiberschmecken, Edelsalbei, Echter Salbei, Garten-Salbei, Gschmackblatteln, Königssalbei, Kreuzsalbei, Muskatellerkraut, Sälvel, Salf, Salfat, Salser, Scharleikraut, Selve, Zaffe, Zuffen, Zupfblatteln

Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Blätter

Sammelzeit:
Juni - Oktober

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • antibakteriell
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • harntreibend
  • tonisierend
  • Appetitlosigkeit
  • Hemmt die Milchsekretion
  • Kehlkopfkatarrh
  • Heiserkeit
  • Mandelentzündungen
  • Rachenentzündungen
  • Mundschleimhautentzündungen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Zahnfleischbluten
  • Erkältungen
  • Husten
  • Bronchitis
  • Keuchhusten
  • Raucherhusten
  • Lungenschwäche
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Magenbeschwerden
  • Mundgeruch
  • Gallenschwäche
  • Leberschwäche
  • Diabetes (unterstützend in leichten Fällen)
  • Gicht
  • Rheuma
  • Übergewicht
  • Depressionen
  • Nervenschwäche
  • Gedächtnis stärkend
  • Haarausfall
  • Starkes Schwitzen
  • Fußschweiß
  • Nachtschweiß
  • Hitzewallungen
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Schmerzhaft geschwollene Brüste
  • Weißfluss
  • Insektenstiche
  • Hauterkrankungen
  • Wunden
  • Schlecht heilende Wunden
  • Eitrige Geschwüre
  • Ekzeme
  • Gesichtsrose
  • Erysipel
  • Gürtelrose

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Schafgarbe

Die Schafgarbe ist eine beliebte klassische Heilpflanze, die für die Verdauungsorgane und Frauenleiden eingesetzt werden kann. Äußerlich kann sie ähnlich wie die Kamille verwendet werden. Sie wächst auf Wiesen und an Wegrändern und ist mir schon aus der frühen Kindheit bekannt, weil ihre Stängel so zäh sind, und sie deshalb schlecht für kindliche Blumensträuße geeignet ist.

Wissenschaftlicher Name:
Achillea millefolium

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Yarrow

Haupt-Anwendung:
Frauenkrankheiten

Verwendete Pflanzenteile:
Das ganze blühende Kraut, Blüten

Sammelzeit:
Hochsommer

Volkstümliche Namen:
Augenbraue der Venus (Supercilium Veneris), Bauchwehkraut, Blutkraut, Blutstillkraut, Frauenkraut, Frauendank, Gotteshand, Grillengras, Katzenkraut, Margaretenkraut, Katzenschwanz, Lämmerzunge, Schafrippen, Schafzunge, Tausendblatt, Teekraut

Heilwirkung:

  • blutreinigend
  • blutstillend
  • krampflösend
  • Gefäß-tonisierend

Anwendungsbereiche:

  • Schnupfen
  • Erkältung
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsschwäche
  • Gastritis
  • Blähungen
  • Diabetes
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Gallenkoliken
  • Gicht
  • Pfortaderstauungen
  • Hämorrhoiden
  • Nierenschwäche
  • Rheuma
  • Herzschwäche
  • Angina Pectoris (unterstützend)
  • Kreislaufschwäche
  • Bluthochdruck
  • Durchblutungsstörungen
  • Schaufenster-Krankheit
  • Kopfschmerzen
  • Neuralgien
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Weißfluss
  • Wundheilung
  • Akne
  • Blutungen
  • Wunde Brustwarzen beim Stillen
  • Aufgesprungene Hände
  • Ekzeme
  • Geschwüre
  • Krampfadern
  • Afterjucken
  • Schuppenflechte
  • Sonnenbrand
  • Gesichtsrose
  • Erysipel
  • Gürtelrose

Achtung! Bei den schweren Erkrankungen, bei beispielsweise Angina Pectoris oder Blutungen darf man die Schafgarbe natürlich nur unterstützend einsetzen. Die sonstige Behandlung bleibt dem Arzt überlassen. Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergieneigung können von der Schafgarbe eine Wiesendermatitis bekommen. In diesem Fall sollte man den Hautkontakt mit der Schafgarbe meiden.

Anwendung:

Schafgarbe

Schafgarbe kann man als Tee oder Tinktur anwenden. In diesen Zubereitungsformen eignet sie sich für die innere und äußerliche Anwendung. Auch in vielen Mischtees ist die Schafgarbe zu finden, vor allem in Frauentees. Besonders hervorzuheben ist auch die Fähigkeit der Schafgarbe bei den Venen den Rückfluss des Blutes zum Herzen zu fördern. Dadurch wird der Kreislauf verbessert und venöse Beschwerden wie Krampfadern, dicke geschwollene Füße, Durchblutungsstörungen des Herzens und die Schaufenster-Krankheit werden positiv beeinflusst.

Frisch gepresster Saft

Besonders wertvoll ist der frisch gepresste Schafgarben-Saft. Er muss aber sehr frisch sein und darf auf keinen Fall schon gären. Diesen Saft kann man einnehmen; 3-mal täglich einen Teelöffel in einem Glas Wasser verdünnt.

Äußerlich als Tee

Äußerlich kann man die Schafgarbe als Bäder, für Waschungen oder Kompressen verwenden. In Vollbädern eignet sich Schafgarbentee beispielsweise gegen Neuralgien. Auch gegen Geschwüre, schlecht heilende Wunden und Schuppenflechte eignet sich die äußerliche Anwendung. Traditionell wurde Schafgarbe bei Verletzungen, die durch Eisen hervorgerufen eingesetzt, beispielsweise bei Schnitten durch Messer.

Ätherisches Öl

Das ätherische Öl der Schafgarbe ist sehr kostspielig, aber eine wertvolle Rarität. Verdünnt kann man es einsetzen für Massagen, Kompressen, Sitzbäder, Fußbäder und in der Duftlampe. Verdünnt auf Stirn und Nacken gerieben, hilft es beispielsweise gegen Kopfschmerzen, aber auch gegen viele andere der oben aufgelisteten Einsatzzwecke.

Pflanzenbeschreibung:

Schafgarbe

In ganz Europa ist die Schafgarbe heimisch, bis hoch zum Polarkreis. Sie bevorzugt sonnige, trockene Standorte auf Wiesen, Weiden und Wegrändern. Die Schafgarbe ist eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze, d.h. ein Teil der Blätter bleibt sogar im Winter oberhalb der Erdoberfläche.

Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Compositae). Im Frühling treibt der Wurzelstock eine Rosette aus fiederigen Blättern aus. Später wächst ein Stängel, auf dem sich die Blüten bilden. Der Stängel ist zäh und innen markhaltig. Die Blüten bilden eine Scheindolde. Sie sind klein, weiß und manchmal sogar leicht rosa.

Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian

Der Thymian ist nicht nur eine interessante Gewürzpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze im Bereich Husten und Desinfektion. Die ausdauernde Pflanze wächst Jahr für Jahr tapfer im Kräutergarten und duftet würzig vor sich hin. Im Sommer lässt er kleine zartrosa Blüten sprießen. Bis in den Winter hinein kann man frische Blätter ernten. Die kleinen Blätter lassen sich ziemlich leicht vom holzigen Stängel rebeln und als Küchengewürz oder Tee verwenden. Povencalische Kochrezepte kann man sich ohne Thymian kaum vorstellen. Als Heilpflanze ist der Thymian der reinste Tausendsassa. Es gibt kaum ein Einsatzgebiet, wo der Thymian nicht helfen könnte. Seine grösste Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane.

Wissenschaftlicher Name:
Thymus vulgaris

Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae

Englischer Name:
Thyme

Volkstümliche Namen:
Chölm, Demut, Echter Thymian, Garten-Thymian, Immenkraut, Kunerle, Römischer Quendel, Spanisches Kudelkraut, Welscher Quendel, Zimis

Verwendete Pflanzenteile:
Blätter

Sammelzeit:
April bis Oktober

Heilwirkung:

  • anregend
  • antibakteriell
  • blutstillend
  • beruhigend
  • desinfizierend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • pilztötend
  • schleimlösend
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend
  • tonisierend
  • Atemwege
  • Bronchitis
  • Husten
  • Keuchhusten
  • Reizhusten
  • Krampfhusten
  • Asthma
  • Erkältung
  • Halsentzündung
  • Heiserkeit
  • Kehlkopfkatarrh
  • Luftröhrenkatarrh
  • Zahnfleischentzündung
  • Verdauungssystem
  • Verdauungsschwäche
  • Sodbrennen
  • Blähungen
  • Magenbeschwerden
  • Durchfall
  • Mundgeruch
  • Leberschwäche
  • Gürtelrose
  • Harnapparat
  • Nierenentzündung
  • Blasenentzündung
  • Blasenschwäche
  • Frauenheilkunde
  • Menstruationsfördernd
  • Menstruationsstörungen
  • Unterleibskrankheiten
  • Periodenkrämpfe
  • Eisprung fördernd
  • Geburtserleichternd
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Nervensystem
  • Nervenschwäche
  • Schlaflosigkeit
  • Alpträume
  • Epilepsie
  • Kater
  • Bewegungsapparat
  • Verstauchungen
  • Verrenkungen
  • Quetschungen
  • Gelenkschmerzen
  • Haut
  • Schwer heilende Wunden
  • Entzündete Wunden
  • Ekzeme
  • Schnittwunden
  • Pickel
  • Furunkel
  • Gesichtsrose
  • Erysipel

Achtung! Thymian sollte nicht in großen Mengen in der Schwangerschaft verwendet werden.

Anwendung:

Thymian

Sehr lecker schmeckt Thymian als Gewürz in der mediterranen Küche. Dort trägt er unauffällig zur Gesundheit bei. Er ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze, die fast gegen das komplette Spektrum üblicher Beschwerden helfen kann.

Atmungsorgane

Der wichtigste Einsatzbereich des Thymians sind Erkrankungen der Atmungsorgane. Durch seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekämpft der Thymian Husten und Erkältungen, die durch Krankheitserreger verursacht wurden. Die krampflösende Eigenschaft hilft gegen Spasmen beim Husten, was den Thymian auch gut gegen Keuchhusten, Reizhusten und Asthma wirken lässt. Außerdem löst der Thymian den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann. Bei Husten oder anderen Problemen der Atmungsorgange kann man den Thymian als Tee oder Tinktur einnehmen.

Verdauungssystem

Durch seine ätherischen Öle und die Bitterstoffe hat der Thymian eine günstige Wirkung auf die Verdauungsorgane. Man kann ihn zur Stärkung der Verdauungsvorgänge als Gewürz oder als Tee einnehmen. Thymian hilft auch gegen Blähungen und Sodbrennen. Außerdem kann man ihn gegen Leberschwäche einsetzen.

Frauenheilkunde

Vor allem die Volksheilkunde betrachtet den Thymian als ein Frauenkraut. Durch seine krampflösenden Fähigkeiten kann der Thymian Menstruationskrämpfe lindern. Er kann auch die Menstruation fördern und den Zyklus regulieren. Thymian regt außerdem den Eisprung an. Da er außerdem östrogenartige Substanzen enthält, ist der Thymian eine hilfreiche Pflanze gegen Wechseljahrsbeschwerden. Die Geburt kann durch Thymian erleichtert werden.

Nervensystem

Auf das Nervensystem hat der Thymian eine beruhigende Wirkung. Man kann ihn gegen Einschlafstörungen und Alpträume als Tee trinken. Früher wurde er sogar gegen Epilepsie verwendet. Auch gegen Katzenjammer nach ausgedehnten Trinkgelagen soll er helfen. Vor einer Weile wurde sogar eine Wirkung des Thymians gegen Lepra entdeckt.

Thymian

Tee

Einen Thymian-Tee bereitet man folgendermaßen: Man übergießt einen Teelöffel Thymiankraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den Tee fünf Minuten ziehen. Man kann den Tee mit Honig süßen, um die Wirkung noch zu verstärken. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken und lässt auch den Dampf des Tees auf sich wirken.

Äußerlich - Bewegungsapparat

Gegen Verletzungen des Bewegungsapparates, wie Verstauchungen, Quetschungen usw. kann man Einreibungen mit Thymian-Tinktur durchführen. Auch gegen rheumatische Gelenkschmerzen helfen Thymian-Tinktur-Einreibungen.

Äußerlich - Hautprobleme

Äußerlich kann man gegen Hautprobleme in Thymian-Aufgüssen baden, Kompressen auflegen oder das ätherische Öl verdünnt oder unverdünnt einsetzen. Thymian hilft gegen schlecht heilende und entzündete Wunden und Ekzeme. Auch gegen frische Wunden und Schnittverletzungen kann man den Thymian einsetzen. Außerdem hilft Thymian gegen unreine Haut, Pickel und Furunkel. Thymian-Tee oder Tinktur kann man auch zum Spülen gegen Entzündungen im Mundraum verwenden.

Ätherisches Öl

Das ätherische Öl des Thymians setzt sich aus unterschiedlichen Substanzen zusammen, beispielsweise das hochwirksame Thymol und das mildere Linalool. Je nach Standort und Sorte ist die Zusammensetzung der ätherischen Öle unterschiedlich. In der Duftlampe eignet sich Thymian zur Raumreinigung und zur Befreiung der Atemwege. Verdünnt in Öl (1:100) kann man das ätherische Öl für Einreibungen verwenden.

Dampfbad

Als Dampfbad desinfiziert er die Atmungsorgane und erleichtert die Atmung. Auch gegen Hautunreinheiten hilft so ein Dampfbad.

Geschichtliches:

Der Name "Thymian" kommt möglicherweise vom altägyptischen Wort "Tham", das eine stark duftende Pflanze bezeichnete, die zur Einbalsamierung verwendet wurde. In Griechenland wurde aus "Tham" das Wort "Tymon" und später in Rom der Name "Thymus". Schon Plinius Secundus beschrieb den Thymian als Heilpflanze.

Im 11. Jahrhundert wurde der Thymian von Benediktinermönchen nach Mitteleuropa gebracht und dort in den Klostergärten angebaut. Von dort aus gelangte der Thymian in die Bauerngärten. Hildegard von Bingen und Albertus Magnus empfahlen den Thymian als wertvolle Heilpflanze.

Pflanzenbeschreibung:

Thymian

Thymian ist ein kleiner mehrjähriger Halbstrauch, aus der Familie der Lippenblütler, der ursprünglich in den Mittelmeerländern heimisch ist. Bis zu 50 cm wird der Thymian hoch und wenn er genügend Platz hat, kann er nach ein paar Jahren etwa einen halben Quadratmeter Fläche beanspruchen.

Die Stängel verholzen im Laufe eines Jahres. An den Stängeln wachsen kleine ovale, dunkelgrüne Blätter, die stark duften. Die Blätter von winterharten Sorten bleiben das ganze Jahr über grün, können also auch im Winter noch für den direkten Bedarf geerntet werden. Die Blüten des Thymians sind klein und hellrosa. Sie wachsen in Kugeln oder Ähren an den Spitzen der Stängel.

Wegwarte (Cichorium intybus)

Wegwarte

Die Wegwarte wächst mit ihren himmelblauen Blüten bevorzugt an Wegrändern. Dort wird sie häufig übersehen, weil ihre Gestalt luftig und durchlässig ist. Im Altertum und Mittelalter war die Wegwarte als Zauberkraut bekannt. Als solche war sie sehr wertvoll. Heutzutage kennt man die Wegwarte vor allem zur Stärkung der Verdauungsorgane, aber auch als Kaffeeersatz spielt sie eine wichtige Rolle. Die Wegwarte ist unter dem Namen "Chicory" auch eine der Bachblüten: Bachblüte = Chicory.

Wissenschaftlicher Name:
Cichorium intybus

Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae

Englischer Name:
Chicory

Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Blätter, Blüten

Sammelzeit:
Wurzel März bis April und Oktober bis November; Kraut: Juni bis Sepember; Blüten: Juli bis September

Volkstümliche Namen:
Blaue Distel, wilder Endifi, Hartmann, Hasenmilch, rauer Heinrich, Hundsläufte, Irenhart, Kaffeekraut, Sonnendraht, Sonnenwirbel, Arme-Sünder-Blume, Wasserwart, Wegleuchte, Zichori, Zigeunerblume, Zigori

Heilwirkung:

  • adstringierend
  • anregend
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend

Anwendungsbereiche:

  • Gallensteine
  • Gallenschwäche
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Leberprobleme
  • Leberschwellung
  • Pfortaderstauung
  • Milzschwellung
  • Hämorrhoiden
  • Gallenkoliken
  • Krampfadern
  • Stoffwechselschwäche
  • Diabetes
  • Kopfschmerzen
  • Geschwüre
  • Hautunreinheiten
  • Haarausfall
  • Gebärmutterschwäche
  • Afterjucken

Anwendung:

Wegwarte

Die Wegwartenwurzel kann man als Tee oder Tinktur gegen Verdauungsprobleme einnehmen. Die Blätter helfen auch gegen Hautprobleme. Aufgrund des hohen Insulingehaltes ist die Wegwartenwurzel auch als Nahrungsergänzung für Diabetiker geeignet.

Zichorienkaffee

Beliebt und verdauungsfördernd ist der Zichorienkaffee, der vor allem in Zeiten mit schlechter Kaffeeversorgung verbreitet war.

  • Für die Herstellung des Zichorienkaffees schneidet man die Wurzel in kleine Stücke und trocknet sie.
  • Anschließend werden sie langsam ohne Fettzugabe geröstet.
  • Die gerösteten Wurzelstücke werden gemahlen.
  • Das fertige Zichorienkaffee-Pulver kann man aufbrühen wie Bohnenkaffee.
  • Das Aroma des Getränks erinnert schwach an Kaffee.

Auch im Handel kann man fertigen Zichorienkaffee kaufen.

Pflanzenbeschreibung:

Wegwarte

Wie der Name schon andeutet, wächst die Wegwarte bevorzugt an Wegrändern. Auch an anderen unbebauten Stellen, an Ackerrändern und Bahndämmen findet man die Wegwarte oft.

Im Frühling wachsen die Rosettenblätter der Wegwarte, die an Löwenzahn erinnern, jedoch eher gröber gezackt sind. Später im Sommer wächst ein sparrig verzweigter Stängel bis zu einen Meter hoch mit kleinen Blättern etwa alle zehn Zentimeter. An diesen Blattachseln blühen im Spätsommer blaue Blüten bis hinein in den Herbst.

Besuchen Sie unser Kosmetikparadies
in der Remigius-Apotheke Dortmund.